Great Barrier Reef: Das größte Korallenriff der Welt – und neue Hoffnung aus dem Labor
Mehr als 2.000 Kilometer lang, aus dem All sichtbar und von Hitzewellen bedroht: Eine Stanford-Studie zeigt, wie sich gebleichte Korallen durch Kontakt erholen.

Archivbild · Foto: Ank Kumar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Das Great Barrier Reef vor der Küste von Queensland im Nordosten Australiens ist das größte Korallenriff der Erde. Es erstreckt sich über mehr als 2.000 Kilometer und ist sogar aus dem All zu sehen. Doch das Naturwunder steht unter Druck: Zwischen 1998 und 2022 lösten extreme Hitzeperioden sechs Massenbleichen aus, 2024 folgte eine weitere, wie Forschende der Lancaster University festhielten. An der Forschungsstation der Universität Sydney auf One Tree Island waren 2024 bis Februar 66 Prozent der beobachteten Kolonien gebleicht, bis April waren es 80 Prozent.
Eine neue Studie der Stanford University, am 14. Oktober in der Fachzeitschrift „Science Advances“ erschienen, macht nun Hoffnung – vorerst im Labor. Die Forschenden testeten zehn Paare von Korallenfragmenten aus denselben Kolonien, jeweils ein gesundes und ein gebleichtes Stück. Bei fünf Paaren berührten sich die Fragmente, bei den anderen fünf lagen wenige Millimeter dazwischen. Alle gebleichten Stücke mit Kontakt erholten sich binnen sieben Wochen vollständig, die getrennten starben. Die lebenswichtigen Algen wanderten innerhalb von drei Tagen ein; eine Woche Kontakt genügte, in manchen Fällen fünf Tage.
Auf echte Riffe übertragen lässt sich die Methode noch nicht, räumen die Autoren ein: Jede gebleichte Koralle bräuchte einen genetisch identischen gesunden Partner. Als Nächstes wollen sie testen, wie sich die Algen ohne direkten Kontakt übertragen lassen. Wie dringend Lösungen sind, zeigt die Bilanz von One Tree Island: Bis Juli 2024 waren dort 44 Prozent der gebleichten Kolonien abgestorben – obwohl das Gebiet nach Angaben der Forscherin Shawna Foo einen „hohen Schutzstatus“ hat.
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