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Eine Wohnung, 39 Mieter: 51-Jähriger wegen Betrugs vor dem Berliner Landgericht

Er soll eine fremde Wohnung in Mitte 39-mal vermietet und Kautionen kassiert haben – Schaden laut Anklage fast 124.000 Euro. Der Angeklagte bestreitet das und belastet einen früheren Geschäftspartner.

Symbolbild: Das Kriminalgericht Moabit in Berlin

Symbolbild · Foto: Fridolin freudenfett (Peter Kuley) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Vor dem Landgericht Berlin muss sich ein 51-Jähriger wegen besonders schweren Betrugs verantworten. Laut Anklage soll er zwischen Oktober und Dezember 2023 eine Ein-Zimmer-Wohnung mit Dachterrasse in Mitte, die ihm weder gehörte noch von ihm vermietet werden durfte, insgesamt 39-mal vergeben haben – für 800 Euro warm im Monat. Die Interessenten zahlten nach Angaben der Staatsanwaltschaft jeweils Kaution, die erste Miete und 1000 Euro für eine angebliche Küche. Zu einer Übergabe kam es demnach in keinem Fall. Der Schaden liegt laut Anklage bei fast 124.000 Euro.

Den Interessenten soll der Mann eine manipulierte Ausweiskopie gezeigt haben, die ihn als Bewohner der Wohnung auswies. Eine zweite Anklage betrifft den Verkauf eines Hauses in Brandenburg im Dezember 2024: Vier Käufer sollen einen niedrigeren notariellen Preis vereinbart und die Differenz bar gezahlt haben; nach dem Rücktritt vom Vertrag habe der Angeklagte das Geld nicht zurückgegeben. Hier geht es laut Anklage um 490.000 Euro.

Den Mietbetrug bestreitet der Angeklagte; er beschuldigt einen früheren Geschäftspartner, der derzeit nicht auffindbar ist. Die Vorgänge beim Hausverkauf räumte er ein, gab aber an, an einer Tankstelle bedroht worden zu sein: „Aus Angst habe ich mitgemacht, aus Angst um meine Familie.“ Der Mann sitzt seit vier Monaten in Untersuchungshaft. Bis zum 26. November sind acht weitere Verhandlungstage angesetzt. Bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

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