„Made in Europe“ für Autos: Berlin und Paris einigen sich – VDA sieht Lücken
Deutschland und Frankreich wollen nur noch in Europa gebaute Autos mit Kaufprämien fördern. Der Autoverband VDA begrüßt das Signal, fordert aber mehr Zeit bei den Batterien.

Symbolbild · Foto: Carsten Steger / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Deutschland und Frankreich haben sich am späten Abend des 15. Oktober am Rande des EU-Gipfels in Brüssel auf gemeinsame „Made in Europe“-Regeln für Autos geeinigt. Laut EUobserver sollen Autos ab 2028 in Europa montiert sein und mindestens 70 Prozent der Wertschöpfung bei den Komponenten – ohne Batterie – aus Europa stammen. Nur solche Fahrzeuge sollen öffentliche Zuschüsse für Kauf, Leasing oder Miete erhalten oder von Behörden beschafft werden dürfen. Deutschland akzeptierte die strengeren Herkunftsregeln, Frankreich im Gegenzug lockerere CO2-Vorgaben für die Hersteller.
Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einem Investitionssignal an die Industrie. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, man wolle die Autoindustrie erfolgreich umbauen und zugleich an den Klimazielen festhalten. Die irische EU-Ratspräsidentschaft hofft auf eine Einigung zum übergeordneten Industriegesetz bis Mitte November; die übrigen Mitgliedstaaten müssen noch zustimmen.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) unterstützt die Position als Signal, sieht aber laut Automotive World Lücken. Die verpflichtende Verwendung europäischer Batteriezellen und -komponenten solle erst ab 2031 statt 2028 gelten; das Ziel von minus 90 Prozent CO2 bis 2035 trägt der Verband mit. Die Regeln umfassen die 27 EU-Staaten und unter Bedingungen Großbritannien, nicht aber Japan und die Türkei – deren Einbeziehung fordert Toyota.
