Weltklimarat blockiert: Skea will Streit um Zeitplan des nächsten Berichts rasch lösen
Nach abgebrochenen Verhandlungen in Addis Abeba will IPCC-Chef Jim Skea das Plenum schnell wieder einberufen. Saudi-Arabien, Indien und China wollen den Bericht erst 2029.

Archivbild · Foto: oscepa / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der Vorsitzende des Weltklimarats IPCC, Jim Skea, will die Plenarsitzung der Staaten „bei der frühestmöglichen Gelegenheit“ erneut einberufen. Das sagte er am Montag, 19. Oktober, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Verhandlungen in Addis Abeba (Äthiopien) waren am späten Freitag nach einer Woche ausgesetzt worden; die Sitzung lief über das geplante Ende hinaus, viele Delegationen – vor allem kleiner, vom Klimawandel besonders bedrohter Staaten – mussten vorzeitig abreisen.
Streitpunkt ist der Zeitplan des nächsten großen Sachstandsberichts. Viele der fast 200 Mitgliedsstaaten wollen ihn vor der zweiten globalen Bestandsaufnahme beim UN-Klimagipfel 2028 vorliegen haben, die den Fortschritt bei der Emissionsminderung bewertet. Saudi-Arabien, Indien und China plädierten für mehr Zeit, um Daten aus Entwicklungsländern einzubeziehen, und schlugen 2029 vor. Offen ist auch das Budget; in vielen Fragen, darunter künstliche Intelligenz, gab es Einigkeit.
117 am Bericht beteiligte Forschende erklärten in einem offenen Brief, sie würden weiterarbeiten: „Eine Bewertung, die erst nach den Entscheidungen kommt, die sie informieren soll, kann ihren Zweck nicht erfüllen.“ Skea betonte, ein Konsens über den Zeitplan sei „von entscheidender Bedeutung“, alle Länder müssten voll teilnehmen können. Der 1988 gegründete IPCC legt seine Berichte etwa alle fünf bis sieben Jahre vor; die Arbeit leisten Tausende Forschende ehrenamtlich.
