Finnland will eine Million Antipersonenminen kaufen – wegen Russland
Die Armee plant rund 100 Millionen Euro ein, die Produktion im Inland soll bis 2028 anlaufen. Finnland ist Anfang des Jahres aus der Ottawa-Konvention ausgetreten.

Symbolbild · Foto: U.S. Army photo by Spc. Austin Steinborn / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Die finnischen Streitkräfte wollen eine Million Antipersonenminen kaufen, vorzugsweise von heimischen Herstellern. Dafür sind rund 100 Millionen Euro eingeplant. Verträge sollen bis Ende 2027 unterzeichnet werden, die Produktion im Inland soll bis 2028 laufen. Das sagte Oberst Riku Mikkonen vom Heereskommando der Nachrichtenagentur STT. Etwa ein halbes Dutzend finnischer Firmen kommt als Hersteller infrage.
„Es wäre in vielerlei Hinsicht nützlich, wenn finnische Unternehmen die Antipersonenminen in Finnland produzieren würden“, sagte Mikkonen. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Kauf im Ausland aber nicht völlig ausgeschlossen.“ Finnland hatte im April 2025 den Austritt aus der Ottawa-Konvention zum Verbot von Antipersonenminen angekündigt; seit Januar 2026 ist das Land nicht mehr an den Vertrag gebunden. Auch Estland, Lettland, Litauen und Polen sind unter Verweis auf die Bedrohung durch Moskau ausgetreten.
Ministerpräsident Petteri Orpo bezeichnet Russland als langfristige Bedrohung. Beide Länder teilen eine rund 1340 Kilometer lange Grenze. Außenministerin Elina Valtonen fordert, dass die EU keine Touristenvisa mehr an Russen vergibt, solange der Krieg andauert. Nach ihren Angaben stellten Schengen-Staaten 2025 fast eine halbe Million solcher Visa für Russen aus.
