Zuckermolekül aus rotem Fleisch mit höherem Typ-2-Diabetes-Risiko verknüpft
Eine französische Beobachtungsstudie mit fast 90.000 Erwachsenen verbindet eine hohe Aufnahme des Moleküls Neu5Gc aus Rind- und Lammfleisch mit 63 Prozent höherem Diabetesrisiko. Die Daten sind vorläufig.

Symbolbild · Foto: Jellaluna / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Menschen mit der höchsten Aufnahme des Zuckermoleküls Neu5Gc aus Fleisch haben ein um 63 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes als jene mit der niedrigsten. Das zeigen vorläufige Ergebnisse der französischen Kohortenstudie NutriNet-Santé, vorgestellt auf der Jahrestagung der Europäischen Diabetes-Gesellschaft EASD in Mailand. Neu5Gc steckt vor allem in Rind- und Lammfleisch, in geringeren Mengen auch in Milchprodukten.
Die Forschenden um Dr. Léopold Fezeu von der Université Sorbonne Paris Nord begleiteten 89.953 Erwachsene im Median 7,2 Jahre lang; in dieser Zeit traten 966 neue Fälle von Typ-2-Diabetes auf. Für Neu5Gc aus Milchprodukten fand sich kein Zusammenhang. Menschen können das Molekül nicht selbst bilden; einer Hypothese zufolge könnte das Immunsystem es als fremd einstufen und so eine chronische Entzündung unterhalten.
Die Autoren betonen die Grenzen: Die Studie ist eine Beobachtungsstudie und belegt keine Ursache, die Neu5Gc-Aufnahme wurde aus Ernährungsprotokollen geschätzt, nicht gemessen. Nach Berücksichtigung des gesamten Rotfleischverzehrs war der Zusammenhang nicht mehr statistisch signifikant. Die Ergebnisse sind noch nicht validiert und können sich ändern.
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