Angriff auf BMW, Mercedes und Porsche: Chinas Premiummarken drängen nach Europa
Avatr, Zeekr und Xpeng wollen in Europas Oberklasse Fuß fassen. Avatrs neue Modelle sollen bei rund 60.000 Euro starten, Zeekr hat seinen Absatz in Europa mehr als verdreifacht.

Archivbild · Foto: Matti Blume / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Chinesische Autohersteller wollen den europäischen Premiummarken Kunden abnehmen und setzen dabei vor allem auf Technik. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am 16. Oktober im Umfeld des Pariser Autosalons. Die Marke Avatr will mit einer Elektrolimousine und einem SUV ab rund 60.000 Euro antreten. Nach Schätzung des Unternehmens entfallen 72 Prozent der weltweiten Verkäufe von Autos über 50.000 Dollar außerhalb der USA auf Europa. „Wenn wir eine Premiummarke sein wollen und nicht nach Europa gehen, gewinnen wir nicht wirklich“, sagte Avatr-Manager Justin Li.
Laut Reuters hat Zeekr seinen Absatz in Europa in den ersten neun Monaten 2026 auf 9.525 Fahrzeuge mehr als verdreifacht, nach 3.025 ein Jahr zuvor; die Marke ist in 22 europäischen Märkten vertreten. Xpeng verkaufte von Januar bis August mehr als 29.000 Autos in Europa, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: BMW, Mercedes-Benz, Audi und Porsche setzten in den ersten neun Monaten zusammen fast zwei Millionen Fahrzeuge in Europa ab.
„Man muss lange genug in diesem Markt sein, um Präsenz und Glaubwürdigkeit aufzubauen“, sagte Xpeng-Vizepräsident Zheng Yeqing. Ein Sprecher von Audi erklärte, es sei Aufgabe der europäischen Politik, faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern. Bentley-Chef Frank-Steffen Walliser hatte laut Reuters zuvor betont, echter Luxus komme aus dem „Herzen Europas“.
