Georgiewa zum Abschluss in Bangkok: Wachstum nur durch KI ist wie Stehen auf einem Bein
Die IWF-Chefin nennt die Weltwirtschaft widerstandsfähig, warnt aber vor Inflation, Schulden und einseitiger KI-Abhängigkeit. Energieimporteure ohne KI-Branche fallen laut Georgiewa weiter zurück.

Archivbild · Foto: Europäische Kommission - Audiovisueller Dienst, Xavier Lejeune, Yügen, CE - Service audiovisuel, EC - Audiovisual Servic / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Zum Abschluss der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Bangkok hat IWF-Direktorin Kristalina Georgiewa vor einer zu großen Abhängigkeit von Künstlicher Intelligenz gewarnt. KI sei zwar eine wichtige Stütze des Wachstums, sich aber nur auf einen Motor zu verlassen, sei wie das Stehen auf einem Bein, sagte sie am Samstag nach Angaben der Nachrichtenagentur BTA. Länder, die Energie importieren müssen und nicht Teil der KI-Wertschöpfungskette sind, würden weiter zurückfallen.
Georgiewa beschrieb die Weltwirtschaft als widerstandsfähig, aber mit erheblichen Risiken: hartnäckige Inflation, hohe Staatsschulden, Klimarisiken und Unsicherheit über die Entwicklung der KI. Die fiskalischen und energetischen Puffer vieler Länder seien aufgebraucht, höhere Zinsen erhöhten den Druck beim Schuldendienst. Inflation nannte sie eine „Steuer für die Armen“. Zentralbanken sollten sich auf Preisstabilität konzentrieren, Finanzministerien auf solide Haushalte. Zehn Geberländer, darunter Deutschland, sagten nach ihren Angaben mehr als 100 Millionen Dollar für Beratungs- und Ausbildungsprogramme des Fonds zu.
Der saudische Finanzminister Mohammed Al-Dschadaan, Vorsitzender des Lenkungsausschusses IMFC, fasste die Ergebnisse zusammen: Kriege und Störungen auf wichtigen Seewegen gefährdeten die Energie- und Ernährungssicherheit, Handelsspannungen und steigende Anleiherenditen erhöhten die Verwundbarkeit. Er forderte unter anderem zügige Umschuldungen, glaubwürdige mittelfristige Haushaltspläne und den Schutz der Unabhängigkeit der Notenbanken. Dauerhafte Stabilität sei nur durch mehr wirtschaftliche Integration statt Fragmentierung zu erreichen.
