Künstliche Netzhaut und Mini-Gehirne: Dragon-Frachter hat an der ISS angedockt
Der SpaceX-Frachter CRS-35 ist an der Raumstation festgemacht. An Bord: Ausrüstung für künstliche Netzhäute, Gehirn-Organoide, Herzgewebe-Modelle, Glasforschung – und die letzten neuen Solarflügel.

Archivbild · Foto: NASA Johnson / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Der unbemannte SpaceX-Frachter Dragon hat am 15. Oktober um 10.27 Uhr US-Ostküstenzeit am nach oben gerichteten Andockport des Harmony-Moduls der Internationalen Raumstation festgemacht. Nach NASA-Angaben brachte die 35. kommerzielle Versorgungsmission von SpaceX mehr als 6.300 Pfund (rund 2,9 Tonnen) Lebensmittel, Vorräte und wissenschaftliche Ausrüstung für die Besatzung der Expedition 75. Gestartet war die Kapsel am 13. Oktober mit einer Falcon-9-Rakete von Cape Canaveral in Florida.
Im Mittelpunkt stehen Experimente mit medizinischem Nutzen. In der Schwerelosigkeit sollen künstliche Netzhäute hergestellt werden; Forschende hoffen, damit eines Tages Sehvermögen auf der Erde wiederherstellen zu können. Mitgeflogen sind außerdem Gehirn-Organoide – winzige, aus Zellen gezüchtete 3D-Modelle von Hirngewebe –, mit denen Angriffspunkte für Therapien gegen Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose gesucht werden. Dreidimensionale Herzgewebe-Modelle sollen künftig Massentests möglicher Medikamente auf Raumflügen erlauben. Ein weiteres Experiment untersucht, wie sich eine neue Glasart ohne Schwerkraft bildet.
Ebenfalls an Bord sind die letzten ausrollbaren Solarflügel (IROSA), die die Stromversorgung der Station verbessern sollen; ihre Montage ist laut NASA für später im Herbst geplant. Dragon soll bis Mitte November angedockt bleiben und dann zeitkritische Forschungsproben zur Erde zurückbringen. Die Kapsel wird im Pazifik vor der Küste Kaliforniens wassern.
