Ballon statt Stent: Medikamentenbeschichtete Ballons schneiden ähnlich gut ab
Eine Auswertung von zehn Studien mit 7832 Patienten findet bei Herzinfarkten und Herztod keinen relevanten Unterschied zwischen Medikamentenballons und Stents.

Symbolbild · Foto: Suyash Dwivedi / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bei verengten Herzkranzgefäßen setzen Ärzte meist einen medikamentenbeschichteten Stent ein – ein kleines Metallgeflecht, das dauerhaft im Gefäß bleibt. Eine Alternative ist ein medikamentenbeschichteter Ballon: Er wird in der Engstelle aufgedehnt, gibt dort einen Wirkstoff an die Gefäßwand ab und wird anschließend wieder entfernt, sodass kein Implantat zurückbleibt. Forschende der University of East Anglia haben beide Verfahren nun in einer Meta-Analyse verglichen, die im Fachjournal eClinicalMedicine aus der Lancet-Familie erschienen ist.
Ausgewertet wurden laut den Autoren zehn randomisierte Studien mit insgesamt 7832 Patienten, die Nachbeobachtung reichte von zwölf Monaten bis zu fünf Jahren. Bei den schwersten Ereignissen – Tod aus Herz-Kreislauf-Gründen und Herzinfarkt – fand das Team keinen bedeutsamen Unterschied. „Unsere Arbeit zeigt, dass es bei den schwerwiegendsten Ergebnissen keinen bedeutsamen Unterschied zwischen diesen beiden Behandlungen gab“, sagte Erstautorin Natasha Corballis laut News-Medical.
Einen Nachteil sehen die Forschenden bei größeren Gefäßen: Dort mussten mit Ballons behandelte Patienten häufiger erneut behandelt werden, um die Arterie wieder zu öffnen. Die Autoren mahnen allerdings zur Vorsicht, weil die Studien stark voneinander abweichen und das Ergebnis zu erneuten Eingriffen maßgeblich von einer einzelnen Studie abhängt. Seniorautor Vassilios Vassiliou sieht in dem Ansatz die Chance, manche Langzeitkomplikationen von Stents zu verringern. Größere Studien mit längerer Laufzeit seien nötig. Die Ergebnisse sind allgemeine Information; über die passende Behandlung entscheiden Arzt und Patient.
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