IWF: Bank of Japan muss schneller straffen, falls die Inflation höher ausfällt
Japans Notenbank liegt mit ihren Zinserhöhungen richtig, sagt IWF-Asienchef Srinivasan. Steigt die Teuerung schneller als erwartet, müsse sie aber nachlegen. Gouverneur Ueda will kein Überschießen dulden.

Symbolbild · Foto: Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Der Internationale Währungsfonds hält eine schnellere Straffung der japanischen Geldpolitik für möglich. Wenn die Inflation schneller steige als erwartet, müsse die Bank of Japan auch schneller die Zinsen anheben, um die Inflationserwartungen zu verankern, sagte der Direktor der IWF-Abteilung für Asien und Pazifik, Krishna Srinivasan, am Freitag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der Jahrestagung in Bangkok. Der Kurs der Notenbank in Richtung eines neutralen Zinsniveaus sei richtig; es hänge aber von den Daten ab.
Die Bank of Japan hatte ihren Leitzins im September auf 1,25 Prozent angehoben, den höchsten Stand seit 31 Jahren. Nach Reuters-Angaben könnte sie die Zinsen bei ihrer Sitzung Ende Oktober zwar unverändert lassen, aber eine Erhöhung im Dezember signalisieren. Gouverneur Kazuo Ueda sagte, die Notenbank werde kein Überschießen der Inflation über das Ziel von zwei Prozent dulden. Preistreiber sind der Konflikt im Nahen Osten, die starke Nachfrage im Zusammenhang mit KI und der schwache Yen, der Rohstoffimporte verteuert.
Japan und die USA hatten am 31. Juli in einer seltenen gemeinsamen Aktion am Devisenmarkt interveniert, um den Yen-Verfall zu stoppen. Srinivasan sagte, Japan stehe voll zu frei schwankenden Wechselkursen. Sorgen bereiten den Märkten zudem die hohe Staatsverschuldung und eine geplante zweijährige Senkung der Konsumsteuer ab April. Die Regierung solle klarstellen, wie sie Ausgaben und Steuerpläne finanzieren wolle, und sich einen mittelfristigen Haushaltsrahmen geben, so der IWF-Vertreter.
