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Satelliten messen gewaltiges Methan-Leck an Ölbohrung in Niger

Seit dem 25. September strömen aus einem Bohrloch im Agadem-Ölfeld nach Satellitendaten mindestens rund 40 Tonnen Methan pro Stunde – rechnerisch bis 13. Oktober über 17.000 Tonnen.

Symbolbild: Modell des Satelliten Sentinel-5P

Symbolbild · Foto: SkywalkerPL / Wikimedia Commons, CC BY 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Ein Blowout an einem Ölbohrloch in Niger setzt nach Satellitenmessungen große Mengen des starken Treibhausgases Methan frei. Das niederländische Weltrauminstitut SRON meldete am 14. Oktober, das Instrument TROPOMI auf dem europäischen Satelliten Sentinel-5P habe eine Emissionsrate von etwa 40 Tonnen pro Stunde erfasst. Ein automatischer Algorithmus hatte die Abgasfahne in Daten vom 8. Oktober markiert; die Auswertung älterer Aufnahmen ergab, dass das Leck am 25. September begann. Hochauflösende Bilder von Sentinel-2 zeigten ein Bohrloch als Quelle.

Nach Angaben der Agentur Ecofin (16.10.) handelt es sich um das Bohrloch Goumeri W8 im Agadem-Block, betrieben von CNPC Niger Petroleum, einer Tochter des chinesischen Staatskonzerns CNPC. Die Regierung machte den Vorfall demnach erst am 12. Oktober öffentlich; das Ölministerium sprach von einem Umweltvorfall von „außergewöhnlicher Schwere“. Laut Richard Engelen, Vizedirektor des europäischen Atmosphärendienstes CAMS, fiel die Rate nie unter 40 Tonnen pro Stunde. Rechnerisch ergeben sich bei dieser Mindestrate bis 13. Oktober über 17.000 Tonnen – eine Hochrechnung, keine gemessene Gesamtmenge. Einen Unsicherheitsbereich nennen weder SRON noch Ecofin.

Die Emissionsrate beruht auf Satellitenbeobachtungen; die Zahlen sind vorläufig, und das Leck war nach SRON-Angaben vom 14. Oktober weiter aktiv. Zum Vergleich nennt Ecofin einen Blowout an einer ExxonMobil-Bohrung in Ohio 2018, bei dem rund 120 Tonnen Methan pro Stunde austraten. SRON informierte CAMS und die UN-Methanbeobachtungsstelle IMEO, damit diese die Verantwortlichen kontaktiert. Die Ursache des Blowouts ist laut Ecofin unbekannt; zwei Arbeiter kamen ins Krankenhaus, Tote gab es demnach nicht.

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