Limoges: Historisches Rathaus nach Brandanschlag größtenteils zerstört
Vermummte setzten das 143 Jahre alte, teils denkmalgeschützte Rathaus nach den Protesten in Brand. Der Präfekt spricht von einer „Katastrophe für das Kulturerbe“.

Archivbild · Foto: User:Aratar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Am Rande der landesweiten Proteste in Frankreich ist am Samstagabend das historische Rathaus von Limoges in Flammen aufgegangen. Nach Augenzeugenberichten, die AFP zitiert, hatten Vermummte zunächst ein Polizeiauto vor dem Gebäude angezündet, Fenster eingeschlagen und waren dann eingedrungen, um Feuer zu legen. Die Flammen griffen auf einen Flügel und das Dach über. Feuerwehrleute versuchten, eine Zerstörung des gesamten Gebäudes zu verhindern. Hunderte Menschen verfolgten den Brand, in der Innenstadt wurden zudem mehrere Geschäfte geplündert.
Regionalpräfekt Maurice Barate sagte, das Dach sei bis auf den Westflügel in die unteren Etagen gestürzt, rund zwei Drittel der Außenfassade seien bereits verschwunden. Laut AFP sprach er von einer „Katastrophe für das Kulturerbe“ und einer „vorsätzlichen Tat von Randalierern“. Das Rathaus wurde 1883 eröffnet, Teile stehen seit 1975 unter Denkmalschutz. Das ganze Ausmaß des Schadens wird noch ermittelt; Angaben zu Verletzten lagen zunächst nicht vor.
Limoges war eine von mehreren Städten, in denen der Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten in Gewalt umschlug. Präsident Emmanuel Macron kündigte an, wer Rathäuser, Präfekturen und Geschäfte angegriffen habe, werde verfolgt und bestraft. Auch in Marseille und Lille drangen Protestierende in Rathäuser ein.
