Supertaifun Champi verfehlt Guam knapp – Trump ruft Notstand aus, halbe Insel ohne Strom
Mit 240 km/h zog Champi rund 16 Kilometer südlich am US-Außengebiet Guam vorbei. Trump genehmigte eine Notstandserklärung, zeitweise hatte nur noch die Hälfte der Insel Strom.

Archivbild · Foto: The National Guard / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der Supertaifun Champi ist in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) knapp an der US-Pazifikinsel Guam vorbeigezogen. Nach Angaben des Zivilschutzes passierte das Auge des Sturms gegen 4.26 Uhr etwa zehn Meilen (rund 16 Kilometer) südlich des Ortes Merizo. Laut US-Wetterdienst NWS wurde Champi beim Vorbeizug zum Supertaifun hochgestuft – mit Dauerwinden von rund 240 km/h, am oberen Ende der Kategorie 4. US-Präsident Donald Trump genehmigte auf Antrag von Gouverneurin Lou Leon Guerrero eine Notstandserklärung, die der Katastrophenschutzbehörde FEMA die Koordinierung der Hilfe ermöglicht.
Der Süden der Insel bekam die stärksten Winde und den meisten Regen ab. Nach Angaben des Energieversorgers GPA hatte am Morgen zeitweise nur noch etwa die Hälfte der Insel Strom; Krankenhaus, Marinestützpunkt und die Luftwaffenbasis Andersen blieben am Netz. Erste Berichte zeigen laut Wetterdienst keine großflächigen schweren Schäden, der äußerste Süden ist aber noch nicht begutachtet. „Es ist wirklich schwer zu unterstreichen, wie knapp das an einem schweren und verheerenden Ereignis für Teile Guams war“, sagte NWS-Meteorologe Brandon Aydlett der „Guam Daily Post“.
Die Insel bleibt in der höchsten Alarmstufe, die Bewohner sollen in sicheren Gebäuden bleiben, bis Entwarnung gegeben wird. Champi ist bereits der dritte starke Taifun in der Region seit April; viele Familien leben nach den Stürmen Sinlaku und Bavi noch in Zelten. Der Sturm zieht über die Philippinensee weiter und könnte laut Wetterdienst am Montag Kategorie 5 erreichen.
