Drohnen im Schwarzen Meer: Verteidigungsminister Stojanow fordert Beweise von der EU
Bulgariens Verteidigungsminister zweifelt an der EU-Einschätzung, die Drohnen seien russisch. Ohne Beweise werde kein Land beschuldigt – Ergebnisse soll die Militärstaatsanwaltschaft liefern.

Archivbild · Foto: Unbekannter Autor (Wikimedia Commons) / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bulgariens Verteidigungsminister Dimitar Stojanow hat sich im Staatsfernsehen BNT von der Einschätzung des EU-Gipfels distanziert, die Drohnenangriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer seien russisch gewesen. „Lassen wir die Bewertungen des Europäischen Rates bei ihnen“, sagte er. Wer aktuelle Belege habe, solle sie Bulgarien zur Verfügung stellen. Um ein Land zu beschuldigen, brauche es echte Beweise, zumal es Opfer gebe.
Zum Fall des beschädigten Frachters „Chelsea 3“ habe er keine Informationen, sagte Stojanow; Ergebnisse werde die Militärstaatsanwaltschaft bekanntgeben, die zusammen mit der Militärpolizei ermittelt. Werde eine russische Herkunft nachgewiesen, erhalte die russische Botschafterin wohl eine Protestnote. Zugleich fragte er: „Und wenn die Drohne ukrainisch ist?“ Oppositionspolitikern warf er vorschnelle Schlüsse vor.
Eine Aktivierung von Artikel 4 des Nato-Vertrags hält Stojanow derzeit nicht für nötig, da Bulgarien nicht direkt angegriffen worden sei. Für 2027 habe sein Ministerium Verteidigungsausgaben von 2,33 Prozent der Wirtschaftsleistung vorgeschlagen, er zweifle aber an der Zustimmung. Eine Rückkehr der Wehrpflicht schloss er für mindestens zehn bis 15 Jahre aus.
Quellen
- BNT, Големият въпрос за сигурността – военният министър Димитър Стоянов, 18.10.2026
- Tribune.bg, Димитър Стоянов: Искаме доказателства за руските дронове, 18.10.2026
- Eurocom, Димитър Стоянов за дроновете в Черно море и кораба Челси-3, 18.10.2026
- NewsPoint, Димитър Стоянов: Скоро ще има самолети на НАТО над България и Черно море, 18.10.2026
