Studie: Rind und Milch wiegen über 20 Jahre gerechnet mehr als doppelt so schwer
Eine UCLA-Analyse in Frontiers in Sustainable Food Systems rechnet Methan über 20 statt 100 Jahre – dann fallen Rindfleisch und Milchprodukte mehr als doppelt so stark ins Gewicht.

Symbolbild · Foto: Quintin Soloviev / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)
Forschende der University of California, Los Angeles (UCLA) haben gemeinsam mit der Umweltorganisation Center for Biological Diversity die Treibhausgasemissionen von 222 Lebensmitteln aus 16 Kategorien berechnet, die in den Mensen der Universität angeboten werden. Die begutachtete Studie erschien in der Fachzeitschrift Frontiers in Sustainable Food Systems; die Organisation stellte sie am 19. Oktober 2026 vor. Seniorautorin ist die Umweltingenieurin Jennifer Jay (UCLA).
Entscheidend ist der Zeithorizont: Die Autoren verglichen das Treibhauspotenzial über 20 Jahre (GWP20) mit dem üblichen 100-Jahres-Wert (GWP100). Über 20 Jahre fallen Rindfleisch und Milchprodukte demnach mehr als doppelt so stark ins Gewicht. Grund ist Methan, das laut Mitteilung über 20 Jahre mehr als 80-mal so stark erwärmt wie CO2, aber schneller aus der Atmosphäre verschwindet. „Der bisher verwendete 100-Jahres-Zeitraum wurde willkürlich gewählt“, sagte Jay.
Zur Einordnung: Es handelt sich um eine Rechnung mit Emissionsfaktoren für ein konkretes Speiseangebot, nicht um neue Messungen; Unsicherheitsbereiche nennt die Mitteilung nicht. Die Wahl der Metrik ändert nicht die Menge der Emissionen, sondern ihre Gewichtung über die Zeit. Die Analyse entstand mit einer Organisation, die gegen hohen Fleischkonsum Kampagnen führt; sie startete zugleich einen „Planetary Calculator“ für den Klima-, Flächen- und Wasserfußabdruck von Lebensmitteln.
