Florida will 77-jährigen Vietnam-Veteranen hinrichten – 18. Exekution in diesem Jahr
Florida will am Dienstagabend William Reaves hinrichten, der 1986 einen Hilfssheriff erschoss. Über 100 Veteranen baten um Gnade. Der Fall Pike hält die Debatte über Giftspritzen wach.

Archivbild · Foto: Dept. of Corrections, Please provide photo credit to: Florida Department of Corrections/Doug Smith. / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Florida will am Dienstag um 18 Uhr Ortszeit (Mitternacht deutscher Zeit) den 77-jährigen William Reaves im Staatsgefängnis bei Starke per Giftspritze hinrichten. Ein Gericht verurteilte den Armeeveteranen wegen Mordes an einem Hilfssheriff, den er im September 1986 an einem Laden in Vero Beach nach einem Gerangel um eine Waffe erschossen haben soll. Es wäre die 18. Hinrichtung in Florida in diesem Jahr unter Gouverneur Ron DeSantis.
Die Verteidigung argumentiert, die Geschworenen hätten nie erfahren, dass die US-Veteranenbehörde Reaves wegen einer im Vietnamkrieg erlittenen posttraumatischen Belastungsstörung als zu 100 Prozent behindert einstuft. Mehr als 100 Veteranen baten DeSantis in einem Brief, die Hinrichtung zu stoppen. Floridas Oberstes Gericht wies die letzten Anträge vergangene Woche ab; beim Obersten Gerichtshof der USA war am Dienstag noch eine Beschwerde anhängig. DeSantis begründet die Hinrichtungen damit, den Familien der Opfer nach jahrzehntelangem Warten Gerechtigkeit verschaffen zu wollen.
Florida steht laut AP für mehr als die Hälfte der 31 Hinrichtungen in den USA in diesem Jahr. Die Debatte über die Methoden hat zuletzt der Fall Christa Pike in Tennessee befeuert: Die wegen des Mordes an Colleen Slemmer 1995 verurteilte Frau überlebte Ende September zwei tödliche Dosen Pentobarbital. Florida verwendet anders als Tennessee eine Kombination aus drei Mitteln.
