Starlink-Brand bei Sofia: Opposition verlangt Sondersitzung – Verdächtige ausgereist
Nach dem Anschlag auf Starlink-Antennen bei Plana will das Bündnis Demokratisches Bulgarien Premier Radew vor das Parlament holen. Gesucht werden zwei Deutsche.

Archivbild · Foto: Лорд Бъмбъри / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der Brandanschlag auf Starlink-Antennen bei Sofia beschäftigt erneut die bulgarische Politik. Das Oppositionsbündnis Demokratisches Bulgarien (DB) verlangt eine außerordentliche Sitzung des Parlaments, wie seine Pressestelle am Dienstag mitteilte. Angehört werden sollen Ministerpräsident Rumen Radew, Innenminister Iwan Demerdschiew und der Chef des Staatssicherheitsdienstes DANS, Plamen Tontschew. Sie sollen erklären, welche Maßnahmen nach dem Anschlag nahe dem Dorf Plana ergriffen wurden und wie nach den Tatverdächtigen gefahndet wird. Die Unterschriften sollten am Mittwoch gesammelt werden, die Sitzung wünscht DB für Donnerstag, den 22. Oktober, berichtet die Nachrichtenagentur BTA.
Nach Darstellung von DB stellte sich erst später heraus, dass die Verdächtigen das Land bereits verlassen hatten. Das erfordere eine sofortige Erklärung vor der Volksversammlung zur Chronologie, zu möglichen Fehlern und zur Verantwortung, heißt es in der Erklärung. Radew hatte bei einer Anhörung im Parlament am 14. Oktober den DANS-Chef aufgefordert, keine Details zu nennen, weil das die Ermittlungen behindern würde. Er versicherte den Abgeordneten damals, die Lage sei unter Kontrolle.
Nach Angaben der Ermittler, über die der Sender BNT berichtete, handelt es sich um zwei deutsche Staatsangehörige, nach denen mit Europäischem Haftbefehl gesucht wird. Sie sollen am 9. Oktober um 17:37 Uhr über den Grenzübergang Kalotina in einem Auto mit deutschem Kennzeichen eingereist sein, gegen 22:25 Uhr das Feuer gelegt und das Land um 23:55 Uhr Richtung Serbien wieder verlassen haben. Ihre Pflichtverteidiger bezweifeln die Identifizierung, weil auf den Fotos keine Gesichter zu erkennen seien. Es gilt die Unschuldsvermutung.
