Werkstoffe für extreme Hitze: US-Forscher Gianola kommt als Preisträger nach Freiburg
Der Materialwissenschaftler Daniel Gianola aus Santa Barbara erhält den mit 45.000 Euro dotierten Fraunhofer-Bessel-Forschungspreis und forscht ab November am Fraunhofer IWM und am KIT.

Archivbild · Foto: JoyOfMolybdenum / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der US-Materialwissenschaftler Daniel Gianola von der University of California in Santa Barbara wird Gastforscher in Deutschland. Er erhält den Fraunhofer-Bessel-Forschungspreis, den die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Fraunhofer-Gesellschaft gemeinsam vergeben und der mit 45.000 Euro dotiert ist. Das teilte das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM am Dienstag mit. Gewürdigt werden seine Arbeiten zu den mechanischen Eigenschaften von Strukturwerkstoffen und zu In-situ-Methoden, mit denen sich Materialien direkt während der Belastung untersuchen lassen.
Von November 2026 bis Juli 2027 forscht Gianola am Fraunhofer IWM in Freiburg und am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Dort will er Verfahren der Mikromechanik entwickeln, die von maschinellem Lernen unterstützt werden. Ziel ist eine vollautomatische Auswertung der großen Datenmengen, die moderne direkte Elektronendetektoren liefern. Im Mittelpunkt stehen Strukturwerkstoffe, vor allem solche für hohe Temperaturen. Am KIT soll unter anderem verfolgt werden, wie sich Versetzungen im Material bewegen und wie es sich verformt.
Gianola war früher Humboldt-Stipendiat am KIT und arbeitete danach an der University of Pennsylvania, bevor er seine Forschungsgruppe in Santa Barbara aufbaute. Zu seinen Themen gehören hochfeste Legierungen für extreme Umgebungen und datengetriebene Materialentwicklung. Er soll auch zur Initiative NFDI-MatWerk beitragen, die das Fraunhofer IWM koordiniert und die sich mit dem Management von Materialdaten befasst. IWM-Leiter Peter Gumbsch sagte: „Wir freuen uns sehr darauf, Professor Gianola an unserem Institut begrüßen zu dürfen.“
