Betrug bei Deutschtests: Dobrindt verschärft Regeln – Grüne sprechen von Sparpolitik
Das Innenministerium will Sprachprüfungen für Zuwanderer strenger werten. Die Union begrüßt das, die Grünen werfen dem Minister Kürzungen bei den Integrationskursen vor.

Archivbild · Foto: H-stt / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will Deutschtests für Zuwanderer gegen Betrug absichern. Eine neue Verordnung seines Ministeriums, über die zuerst die „Bild“ berichtete, reagiert nach Angaben der Nachrichtenagentur dts auf jüngste Betrugsversuche: Teilnehmer von Integrationskursen sollen schriftliche Prüfungsaufgaben samt Lösungen illegal über das Internet erworben und im Prüfungsteil „Hören und Lesen“ eingetragen haben. Künftig soll eine Prüfung nicht mehr als bestanden gelten, wenn andere Teile ausgelassen oder nur unzureichend bearbeitet wurden.
Der haushaltspolitische Sprecher der Grünen, Leon Eckert, kritisierte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, Dobrindt halbiere zunächst die Deutschkurse und streiche die meisten Wiederholungsmöglichkeiten, bevor er die Hürde anhebe. Prüfungsbetrug müsse verfolgt werden, dies sei aber Sparpolitik auf dem Rücken derer, die Deutsch lernen wollten. Unionsinnenexperte Alexander Throm (CDU) begrüßte die Änderungen: Bei Sprachkenntnissen gehe es nicht um eine Formsache. Nach Throms Angaben wurden 2025 rund 1,3 Milliarden Euro Steuermittel für Integrationskurse eingesetzt.
