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Tinder und Hinge in Indien: Screenshot-Sperre und Pflicht-Selfie gegen Fake-Profile

Match Group reagiert auf Sorgen vor allem von Frauen in Indien: Profile sollen sich nicht mehr abfotografieren lassen, neue Nutzer müssen ein Video-Selfie machen. Der Konzern meldet 40 Prozent weniger Störer.

Smartphone mit Herz-Symbol auf dem Bildschirm (Symbolbild)

Symbolbild · Foto: Santeri Viinamäki / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Die Dating-Apps Tinder und Hinge verschärfen in Indien ihre Schutzfunktionen. Wie Yoel Roth, Senior Vice President und Leiter für Vertrauen und Sicherheit beim Mutterkonzern Match Group, der Wirtschaftszeitung Business Standard sagte (Bericht vom 21. Oktober), lassen sich Profile bei Hinge bereits nicht mehr per Screenshot festhalten; Tinder soll diese Sperre ebenfalls bekommen. „Wir haben viel Besorgnis gehört, besonders von Frauen in Indien“, sagte Roth. Hintergrund ist laut den Berichten die Sorge, dass Dating-Profile ohne Erlaubnis weiterverbreitet werden. Zudem können Nutzer Kontakte aus ihrem Telefonbuch sperren, sodass etwa Familie, Bekannte oder Kollegen ihr Profil nicht zu sehen bekommen.

Außerdem verlangen beide Apps bei der Anmeldung nun eine biometrische Prüfung per Video-Selfie. Damit sollen KI-generierte Profile, Mehrfachkonten und Konten mit Verbindungen zu Kriminellen erkannt werden. Eine erste Auswertung habe ergeben, dass die Zahl problematischer Nutzer auf Tinder und Hinge um 40 Prozent gesunken sei, so Roth; laut dem Portal The420.in sprach das Unternehmen von einem ersten internen Indikator, nicht von einer langfristigen Messung. Nach eigenen Angaben gibt Match Group rund 125 Millionen Dollar pro Jahr für Sicherheit auf seinen Plattformen aus. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Zahlen nicht.

Gegen Love-Scamming setzt der Konzern auf Warnhinweise: Die Apps sollen anschlagen, wenn ein Match schnell auf einen anderen Messenger wechseln will oder binnen Minuten hohe Renditen mit Geldanlagen verspricht. Zusammen mit dem Indian Cyber Crime Coordination Centre, das dem indischen Innenministerium untersteht, startet Match Group eine Aufklärungskampagne über Betrugsmaschen, Warnsignale und offizielle Meldestellen. Daneben sieht Roth einen Trend zu geselligerem Dating: „Wir sehen zunehmend, dass Singles der Generation Z Dating als soziales Erlebnis wollen.“ Tinder bietet bereits Doppel-Dates und eine Funktion, mit der Freunde Matches auswählen; die in Los Angeles und weiteren US-Städten gestartete Events-Funktion soll bald auch nach Indien kommen.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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