„Es reicht“: Alice Schwarzer stellt die „Emma“ nach fast 50 Jahren ein
Die letzte Ausgabe der feministischen Zeitschrift erscheint am 8. Dezember – doppelt so dick wie sonst. Am Geld liege es nicht, sagt die 83-jährige Gründerin.

Archivbild · Foto: Superbass / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Alice Schwarzer stellt die von ihr gegründete feministische Zeitschrift „Emma“ nach fast 50 Jahren ein. Die letzte Ausgabe soll am 8. Dezember 2026 erscheinen, doppelt so umfangreich wie üblich, mit einem Rückblick auf die „wichtigsten 50 Themen“. Das Archiv soll an das Deutsche Literaturarchiv Marbach gehen. Die erste Ausgabe war im Januar 1977 erschienen.
Finanzielle Gründe nannte die 83-Jährige ausdrücklich nicht als Anlass. „Sicher, auch unsere Auflage sinkt. Aber unsere Einnahmen decken immer noch die Ausgaben“, erklärte Schwarzer. „Nein, wir gehen, weil wir meinen: Es reicht!“ Das Blatt habe sich über drei Generationen behauptet.
Die „Emma“ prägte Debatten etwa über sexuellen Missbrauch, Pornografie und Brustkrebs-Früherkennung; ihre Kampagne gilt als ein Wegbereiter des bundesweiten Mammografie-Screenings ab 2005. Umstritten waren unter anderem die Berichterstattung über Islamismus, Schwarzers Positionen zur Transideologie und ihr Ruf nach raschen Friedensgesprächen mit Russland seit 2022. Nach eigenen Angaben kündigte deswegen 2024 jede fünfte Leserin ihr Abonnement.
