Schweden: Reichstag lehnt Magdalena Andersson als Regierungschefin ab
Nur die Sozialdemokraten stimmten für ihre Vorsitzende. Nun dürfte der Parlamentspräsident Ulf Kristersson beauftragen – bis zu drei weitere Abstimmungen bleiben vor einer Neuwahl.

Archivbild · Foto: Frankie Fouganthin / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Das schwedische Parlament (Reichstag) hat am Donnerstag die Kandidatur der Sozialdemokraten-Chefin Magdalena Andersson für eine Minderheitsregierung abgelehnt. Laut Reuters stimmten nur ihre eigenen Sozialdemokraten für sie, alle anderen Parteien dagegen. Das Ergebnis war erwartet worden.
Bei der Wahl am 13. September hatten die vier Mitte-links-Oppositionsparteien mit 176 Sitzen eine Mehrheit gewonnen, der rechte Block von Ministerpräsident Ulf Kristersson kam auf 173. Alle vier Parteien wollen Andersson als Regierungschefin, sind sich aber nicht einig, wer der neuen Regierung angehören soll. „Seit dem Wahlabend war mir klar, dass es einige Zeit dauern wird“, sagte Andersson.
Die Abstimmung vom Donnerstag war die erste von bis zu vier, bevor eine Neuwahl ausgerufen werden muss. Erwartet wird, dass der Parlamentspräsident nun Kristersson von den Moderaten, der zweitstärksten Partei, mit der Regierungsbildung beauftragt. Da bislang wenig darauf hindeutet, dass er eine Mehrheit findet, könnte der Auftrag später wieder an Andersson zurückgehen. Bis dahin bleibt Kristersson Ministerpräsident.
