Lauschen am Atommüll-Behälter: Glasfaser-Sensor soll Risse und Rost früh erkennen
Ein Team der University of Pittsburgh hat am Idaho National Laboratory einen Glasfaser-Ultraschallsensor getestet, der Korrosion an Stahlbehältern für abgebrannte Brennelemente aufspüren soll.

Symbolbild · Foto: Nuclear Regulatory Commission from US / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken werden in Stahlbehältern versiegelt, die in Betonhüllen jahrzehntelang am Kraftwerksstandort stehen können. Durch Lüftungsöffnungen kann dabei salzhaltige Luft eindringen und den Stahl angreifen. Forschende der Swanson School of Engineering der University of Pittsburgh und des Start-ups Sensible Photonics, das Pitt-Professor Paul Ohodnicki mitgegründet hat, entwickeln ein faseroptisches Ultraschall-Messsystem, das Korrosion und Risse in diesen Behältern frühzeitig erkennen soll. Die Universität berichtete am 14. Oktober über erste Feldtests.
Vom 8. bis 11. September testete das Team mit Khurram Naeem und Yang-Duan Su ein frühes Konzept am Idaho National Laboratory. Dazu wurden Glasfasern in verschiedenen Anordnungen außen an einem Modellbehälter angebracht. Laut Naeem erfasst das System Signale oberhalb von 100 Kilohertz, die meisten herkömmlichen Vergleichssysteme 20 Kilohertz. Bei Standardtests mit brechenden Bleistiftminen habe man gezeigt, dass die Technik das Geräusch erkennen und dessen Quelle orten könne. Getestet wurde auch, wie sich die Sensoren über Jahre bei Hitze und Strahlung am Behälter befestigen lassen.
Mit den Tests ist die erste Projektphase abgeschlossen, finanziert über ein Förderprogramm für Technologietransfer kleiner Unternehmen sowie mit Unterstützung des Büros für Kernenergie des US-Energieministeriums. Für weitere Tests zu Robustheit und Langzeitstabilität sowie die Vermarktung sucht das Team nun zusätzliche Mittel. Eine Fachveröffentlichung nennt die Mitteilung nicht.
