Fall Ilhan Omar: US-Regierung will ihr laut WSJ die Staatsbürgerschaft entziehen
Nach der Durchsuchung ihrer Wohnung geht es laut „Wall Street Journal“ um Aberkennung der Staatsbürgerschaft und Abschiebung. Eine Grand Jury lädt Verwandte vor. Omar spricht von politischer Einschüchterung.

Archivbild · Foto: Taylor Dahlin / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Ermittlungen gegen die demokratische Kongressabgeordnete Ilhan Omar aus Minnesota zielen nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ darauf ab, ihr die US-Staatsbürgerschaft zu entziehen und sie letztlich abzuschieben. Die Zeitung beruft sich auf Regierungsvertreter und mit dem Verfahren vertraute Personen. Demnach wurden mehr als ein Dutzend Vorladungen vor eine Grand Jury in Minnesota verschickt, auch an Verwandte. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung bei Washington am Montag sollen Ermittler der Heimatschutzbehörde unter anderem Pass, Handy und Computer beschlagnahmt haben.
Im Kern geht es laut Al Jazeera um die Frage, ob Omar oder ihr 2020 gestorbener Vater in Einwanderungsunterlagen ihr Alter mit 17 statt 18 Jahren angaben – und sie so über den Vater eingebürgert wurde. Omar kam 1995 als Flüchtling aus Somalia in die USA und wurde 2000 Staatsbürgerin. Unter Präsident Biden soll ein ähnlicher Vorwurf mangels Beweisen nicht weiterverfolgt worden sein. Eine Aberkennung wäre nur per Gerichtsverfahren möglich; angeklagt ist Omar nicht.
Omar wies die Ermittlungen zurück. Auf X schrieb sie, dies sei ein Versuch, „politische Feinde ins Visier zu nehmen und die Bundespolizei als Waffe einzusetzen“. Ihr Büro wies die Ermittlungen laut Al Jazeera als haltlos zurück. Jeanine Pirro, Bundesstaatsanwältin für Washington, bestätigte laut Newsweek separate Ermittlungen zu Omars Finanzangaben und sagte bei Fox News, sollte eine Straftat begangen worden sein, werde sie verfolgt. Präsident Trump hatte erklärt, er habe mit der Durchsuchung „nichts zu tun“. Omar bewirbt sich bei der Wahl am 3. November um eine fünfte Amtszeit.
