Mieten steigen am stärksten seit Anfang 2025 – Hubig drängt auf Mieterschutz
Angebotsmieten legten laut Greix-Index im dritten Quartal um 1,2 Prozent zu, in Berlin um 2,1 Prozent. Justizministerin Hubig mahnt: Zu viele Menschen leiden unter Wohnarmut.

Archivbild · Foto: Olaf Kosinsky / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de (zugeschnitten und skaliert)
Die Angebotsmieten in Deutschland ziehen wieder kräftiger an. Laut dem Mietpreisindex Greix des Kiel Instituts für Weltwirtschaft stiegen sie im dritten Quartal um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal – nach 0,8 Prozent im zweiten Quartal und so stark wie seit Anfang 2025 nicht mehr. Im Jahresvergleich betrug das Plus 3,7 Prozent. Unter den acht größten Städten lagen Berlin (plus 2,1 Prozent) und Düsseldorf (plus 2,0 Prozent) im Quartal vorn, im Jahresvergleich führte Hamburg mit 6,7 Prozent. Bestandswohnungen entwickelten sich vergleichsweise stark.
Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) erhöht derweil den Druck auf die Union. „Viel zu viele Menschen sind von Wohnarmut betroffen“, sagte sie. „Das Thema Mieterschutz hat politische Brisanz wie lange nicht.“ Dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte sie, ihr Gesetzentwurf liege seit dem Frühjahr vor. Es komme nun darauf an, eine gemeinsame Lösung zu finden.
Der Entwurf sieht laut epd vor, dass Indexmieten in angespannten Wohnungsmärkten um höchstens 3,5 Prozent pro Jahr steigen dürfen. Kurzzeitmietverträge sollen auf sechs Monate begrenzt werden, bei möblierten Wohnungen muss der Möblierungszuschlag gesondert ausgewiesen werden. Unionsabgeordnete hatten laut dpa bei der ersten Lesung im Juli Lockerungen zugunsten der Vermieter gefordert.
