Vorwürfe gegen Bundeswehr-Regiment in Weißenfels: Pistorius – „widerwärtig“, falls wahr
Zehn Soldaten stehen unter Verdacht: Es geht um mutmaßliche sexuelle Übergriffe durch Vorgesetzte, Drogen und Drohungen. Der Verteidigungsausschuss wurde informiert.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Die Bundeswehr ermittelt intern beim Sanitätsregiment 1 im sachsen-anhaltischen Weißenfels. Laut Medienberichten gibt es zehn Beschuldigte, die Vorwürfe reichen von sexuellem Fehlverhalten durch Vorgesetzte über Drogenmissbrauch bis zu Drohungen und dem Unterdrücken von Beschwerden. Laut „Spiegel“ wurden bislang rund ein Dutzend mögliche Betroffene ermittelt, mindestens eine Frau soll zur mutmaßlichen Tatzeit minderjährig gewesen sein. Das Ministerium bestätigte die Ermittlungen, nannte aber keine Einzelheiten.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte am Rande eines Besuchs auf Kreta: „Bislang handelt es sich um Vorwürfe. Wenn die sich bestätigen, wäre das widerwärtig.“ Man werde alles tun, „um jeden Täter dingfest zu machen“. Sanktioniert werden müssten auch jene, die Taten unterdrücken oder nicht melden.
Neun Soldaten dürfen die Kaserne laut „Spiegel“ nicht mehr betreten, gegen acht laufen Disziplinarverfahren. Am Mittwoch unterrichteten die stellvertretende Generalinspekteurin Nicole Schilling und Generaloberstabsarzt Ralf Hoffmann den Verteidigungsausschuss des Bundestags. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
