Polens Verteidigungsminister: Europas Rüstung muss in den „Kriegsmodus“
Władysław Kosiniak-Kamysz fordert Kriegsproduktion von Waffen und Munition – und Eilkäufe bei Nato-Partnern außerhalb der EU.

Archivbild · Foto: U.S. Secretary of Defense / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz fordert, die europäische Rüstungsproduktion auf Kriegsbetrieb umzustellen. Er sei ein Befürworter des „Kriegsmodus“ in der Produktion des Verteidigungssektors, sagte der Vizepremier am Dienstag am Rande des Warsaw Security Forum. Russland tue genau das bereits: „Wir können diese Tatsache nicht übersehen.“ Europa müsse die Produktion von Waffen und Munition beschleunigen; alles andere wäre ein „kostspieliger“ Fehler.
Nach Gesprächen mit EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius nannte er laut der Agentur Anadolu drei Prioritäten: weitreichende Präzisionswaffen, Drohnen und Drohnenabwehr sowie künstliche Intelligenz. Zudem solle die EU dringende Rüstungskäufe bei Nato-Verbündeten außerhalb der Union erlauben, wenn europäische Hersteller nicht schnell genug liefern können.
Euronews verweist auf den Abstand zu Russland: Moskau dürfte 2026 nach einer Schätzung von SIPRI 7,5 Prozent seiner Wirtschaftsleistung für das Militär ausgeben und produzierte laut estnischem Geheimdienst 2025 rund sieben Millionen Schuss Artillerie-, Mörser-, Panzer- und Raketenmunition. Die EU-Staaten und Norwegen sollen nach einem geleakten Bericht in diesem Jahr etwa zwei Millionen Artilleriegranaten herstellen.
