Frankreich: Gewalt in Paris bei Schülerprotesten – elf Polizisten im Krankenhaus
Laut Behörden demonstrierten landesweit rund 161.500 Menschen, die Gewerkschaften sprachen von 480.000. Auch Greta Thunberg schloss sich an.
Foto: Guilhem Vellut from Paris, France / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Video: YouTube · euronews · youtube.com
In Frankreich sind am Dienstag erneut Zehntausende Schüler, Lehrkräfte und Gewerkschafter gegen die Zustände an den Schulen auf die Straße gegangen. Nach Behördenangaben beteiligten sich landesweit rund 161.500 Menschen, davon 41.500 in Paris; die Gewerkschaften zählten etwa 480.000. Am Place Vauban nahe dem Invalidendom kam es laut Euronews zu Ausschreitungen: Demonstranten warfen Flaschen, Feuerwerkskörper und Steine, die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Blendgranaten ein.
Innenminister Laurent Nuñez sprach von einem „besonders zermürbenden“ Tag für die Einsatzkräfte; elf Polizisten kamen ins Krankenhaus. Amnesty International Frankreich mahnte, jeder Polizeieinsatz müsse rechtmäßig, notwendig und verhältnismäßig sein. Die Regierung hatte bereits einen bestimmten Typ Blendgranate ausgesetzt, nachdem ein 15-jähriger Schüler Anfang des Monats bei einem Polizeieinsatz vor einer Schule eine Hand verloren hatte.
Die Klimaaktivistin Greta Thunberg sprach in Saint-Denis vor einem Gymnasium. „Junge Menschen werden nicht in das Gespräch einbezogen“, sagte sie. Die Proteste begannen Mitte September in den Pariser Vorstädten und richten sich gegen Lehrermangel, marode Gebäude und überfüllte Klassen. Für Samstag sind weitere Großdemonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Spritpreise angekündigt.
