Begleitung nach der Geburt: Mit Lotsen gehen junge Mütter fast doppelt so oft zum Hausarzt
In einer US-Studie mit 405 Schwangeren nahmen Frauen mit persönlicher Begleitung häufiger Nachsorge in Anspruch und nutzten öfter die Verhütungsmethode, die sie sich wünschten.

Symbolbild · Foto: Vyacheslav Argenberg / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Das erste Jahr nach der Geburt stellt junge Familien vor große Aufgaben, die Gesundheit der Mutter gerät dabei leicht aus dem Blick. Forschende der Northwestern University in Chicago haben untersucht, ob persönliche Lotsen helfen. An der in „JAMA Health Forum“ veröffentlichten Studie nahmen 405 Schwangere mit geringem Einkommen teil, die zwischen 2020 und 2024 am Prentice Women's Hospital betreut wurden. Als eine der Hürden nennen die Autoren fehlende Unterstützung durch den Partner.
Die englisch- und spanischsprachigen Lotsen begleiteten die Frauen vom Ende der Schwangerschaft bis ein Jahr nach der Geburt. Sie vereinbarten Termine, organisierten Fahrten und Kinderbetreuung und halfen, medizinische Informationen zu verstehen. Mit Begleitung nahmen 96 Prozent die Nachsorgeuntersuchung wahr, ohne 80 Prozent. Ein Jahr nach der Geburt waren 57 Prozent bei einem Hausarzt gewesen, gegenüber 30 Prozent. Die gewünschte Verhütungsmethode nutzten 65 statt 43 Prozent.
Untersuchung und Versorgung bei Wochenbettdepression erhielten mit Lotsen 86 Prozent der Frauen, ohne 72 Prozent; der Blutdruck wurde bei 85 statt 62 Prozent gemessen. „Ihr Ziel war es, sich selbst überflüssig zu machen“, sagte die korrespondierende Autorin Lynn M. Yee, Leiterin der Abteilung für Pränatalmedizin, über die Lotsen. Die Studie erschien am 2. Oktober, ScienceDaily berichtete am 6. Oktober. Wie die Vergleichsgruppe genau gebildet wurde, geht aus dem Bericht nicht hervor.
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