MI5-Chef: Russland bleibt „Aggressor Nummer eins“ – Iran zielt auf Militärbasen
Ken McCallum warnt in seinem jährlichen Lagebericht vor hybrider Kriegsführung Moskaus. Der mutmaßliche Anschlagsplan von Fairford sei „nicht einzigartig“.

Archivbild · Foto: Txllxt TxllxT / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der Chef des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5, Ken McCallum, hat Russland als „Aggressor Nummer eins“ bezeichnet. In seinem jährlichen Lagebericht am Dienstag in der MI5-Zentrale Thames House in London warf er Moskau vor, in Europa einen hybriden Krieg zu führen und europäische Staaten destabilisieren zu wollen. Der MI5 setze inzwischen mehr Ressourcen gegen staatliche Bedrohungen ein als im Kalten Krieg, berichtete Meduza unter Berufung auf die BBC.
Nach der Ausweisung russischer Agenten aus Großbritannien versuchten Russlands Dienste hektisch, Kriminelle für ihre Zwecke zu bezahlen, sagte McCallum. Das zeige, dass Russland nicht wie eine Großmacht mit strategischer Oberhand handle. In der Ukraine mache Moskau nur „minimale und entsetzlich kostspielige“ Fortschritte.
Auch Iran nahm der MI5-Chef ins Visier. Teheran versuche, Militärstandorte in Großbritannien zu treffen; das sei eine „große Veränderung in diesem Jahr“. Der mutmaßliche Anschlagsplan gegen den von den USA genutzten Stützpunkt RAF Fairford sei „nicht einzigartig“, sagte er laut AP. Premierminister Andy Burnham hatte erklärt, der Plan sei „fast sicher“ von Irans Revolutionsgarden gesteuert worden. Iran bestreitet jede Beteiligung.
