Jede Nacht Bären in Gjowren: Behörden wollen sie fangen und umsiedeln
Zwei junge Bären streifen seit Wochen durch das Rhodopen-Dorf. Die Umweltinspektion Smoljan meldet 30 Prozent weniger Schäden als im Vorjahr.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Seit einigen Wochen kommen zwei junge Bären fast jede Nacht in das Rhodopen-Dorf Gjowren in der Gemeinde Dewin. Die Behörden haben beschlossen, die Tiere zu fangen und fern von Menschen auszusetzen. Geleitet wird die Aktion vom Landwirtschaftsministerium, der Forstagentur und dem Staatsforst Trigrad; die Umweltinspektion Smoljan hilft mit Wildkameras und Fallen. Ein Anwohner berichtet, ein Bär laufe gegen 6 Uhr durch den Ortskern – um 6.30 Uhr machen sich die Schulkinder auf den Weg.
Im Herbst, vor dem Winterschlaf, nehmen Schäden an Vieh, Bienenstöcken und Obstbäumen meist zu; in diesem Jahr liegen sie laut Umweltinspektion aber 30 Prozent unter dem Vorjahr. Die Behörde hat ein EU-Projekt für 80 Elektrozäune, ein Betäubungsgewehr, Wildkameras und ein Wärmebild-Fernglas gewonnen, die Ausrüstung ist jedoch noch nicht geliefert. Bürgermeisterin Sneschana Tschawdarowa sagt, seit drei Abenden seien keine Bären im Dorf gewesen, das ganze Dorf einzuzäunen sei aber unmöglich. Kommende Woche beginnt die jährliche Bärenzählung in den Westrhodopen.
