Erster Königsbesuch seit 2007: Felipe VI. in Ceuta – heute folgt Melilla
Drei Monate nach dem Massenansturm von Migranten besuchten Spaniens König und Königin die Exklave und gedachten am Friedhof Sidi Embarek der Toten.

Archivbild · Foto: Casa Rosada - Gobierno de la Nación / Wikimedia Commons, CC BY 2.5 ar (zugeschnitten und skaliert)
König Felipe VI. und Königin Letizia haben am Dienstag die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika besucht – es ist der erste Besuch eines spanischen Monarchen seit 2007, als sein Vater Juan Carlos I. dort war. Große Menschenmengen begrüßten das Paar, Glocken läuteten, viele schwenkten spanische Fahnen. Das Königspaar übernachtete in der Stadt und reist am Mittwoch nach Melilla weiter, der zweiten spanischen Exklave. Ziel sei es, die Unterstützung der Krone für die Institutionen und die Gesellschaft Ceutas zu zeigen, hieß es im offiziellen Programm.
Der Besuch steht im Schatten der Migrationskrise des Sommers: Am 30. und 31. Juli waren nach Angaben des Innenministeriums mehr als 70.000 Menschen aus Marokko nach Ceuta gelangt, laut AP starben mehr als 140. Am muslimischen Friedhof Sidi Embarek, wo Dutzende nicht identifizierte Tote begraben sind, gedachte das Paar der Opfer. Stadtpräsident Juan Jesús Vivas dankte dem Königspaar, es sei gekommen, „um unsere Moral zu stärken“. Nach seiner Schätzung halten sich noch bis zu 15.000 Migranten in der Stadt auf.
Marokko erkennt die spanische Souveränität über Ceuta und Melilla nicht an. Beim Besuch 2007 hatte Rabat seinen Botschafter in Madrid zu Konsultationen zurückgerufen; auf Anfragen zur aktuellen Reise reagierte die marokkanische Regierung laut Euronews zunächst nicht. Für Mittwoch ist im marokkanischen Castillejos eine Demonstration gegen den Besuch angekündigt. Regierungschef Pedro Sánchez reiste nicht mit.
