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Love-Scamming auf Tinder: US-Senatsbericht wirft Match Group veraltete Betrugsabwehr vor

Laut einem Bericht von US-Senatorin Maggie Hassan hat Tinder seine Modelle zur Erkennung von Betrügern jahrelang kaum aktualisiert. Match Group weist die Darstellung zurück.

Das Kapitol in Washington, Sitz des US-Kongresses (Archivbild)

Archivbild · Foto: Martin Falbisoner / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Ein Untersuchungsbericht aus dem US-Kongress erhebt schwere Vorwürfe gegen Match Group, den Konzern hinter Tinder und Hinge. Das am 13. Oktober von der demokratischen Senatorin Maggie Hassan und den Mitarbeitern der Demokraten im Gemeinsamen Wirtschaftsausschuss (Joint Economic Committee) veröffentlichte Papier trägt den Titel „Outmatched: Tinder Scammers and Match Group's Efforts to Catch Up“. Grundlage sind eine rund einjährige Untersuchung, die Hassan im September 2025 begonnen hatte, mehr als 670 Seiten interner Dokumente von Match Group sowie Gespräche mit Betrugsexperten und Betroffenen.

Laut dem Bericht hatte Tinder die meisten seiner Machine-Learning-Modelle zur Erkennung von Betrügern über Jahre nicht aktualisiert, obwohl sich die Maschen ständig ändern. In den ersten neun Monaten 2025 hatten demnach fast 1,5 Millionen Betrüger und andere schädliche Konten auf Tinder und Hinge mit mindestens einem Nutzer in den USA ein Match; in fast 500.000 Fällen wurden Kontaktdaten ausgetauscht. Zwischen Mai 2024 und Dezember 2025 stieg die Zahl der Profilaufrufe, die ein typischer Betrüger erhielt, um mehr als 700 Prozent. Nach Angaben der US-Handelsbehörde FTC meldeten Amerikaner 2025 Verluste von fast 1,5 Milliarden Dollar durch Liebesbetrug.

Match Group weist die Darstellung zurück. Der Bericht stelle „sowohl das historische Ausmaß unserer Investitionen als auch die bereits geleistete Arbeit falsch dar“, sagte Yoel Roth, Senior Vice President für Vertrauen und Sicherheit bei Match Group, laut La Voce di New York dem Sender NBC News. Der Konzern verweist auf eine seit Dezember 2025 verpflichtende Video-Selfie-Prüfung („Face Check“) für neue Tinder-Nutzer in den USA, die Kontakte mit Betrügern und Bots um 70 Prozent verringert habe, sowie auf neue Erkennungsmodelle: Im ersten Halbjahr 2026 kamen bei Tinder 169 neue automatische Prüfregeln hinzu, 108 wurden verbessert. Im Kongress wird zudem ein „Romance Scam Prevention Act“ vorangetrieben, der Plattformen verpflichten würde, Nutzer zu benachrichtigen, wenn sie Nachrichten von als betrügerisch markierten Konten erhalten haben.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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