Sehen, tasten, erinnern: NEURA Robotics bringt eigenes KI-Gehirn für Roboter
Das Metzinger Unternehmen stellt Neuron AI vor – ein Basismodell, das Bild, Tastsinn, Geräusche und Sprache verbindet und sich merkt, was der Roboter schon erledigt hat.
Foto: Web Summit / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Video: YouTube · NEURA Robotics · youtube.com
Der Robotikhersteller NEURA Robotics aus Metzingen hat am Mittwoch Neuron AI vorgestellt, ein sogenanntes Basismodell für „Physical AI“, also KI, die in der realen Welt handelt. Es verknüpft 3D-Sehen, Tastsinn, Audio, den Zustand des Roboterkörpers und Sprache mit einem Gedächtnis. Damit soll ein Roboter etwa wissen, wo ein Gegenstand liegt, auch wenn er ihn gerade nicht sieht, und welche Arbeitsschritte bereits erledigt sind. NEURA nennt den Ansatz „Perception-Language-Action“.
Entwickelt und trainiert wurde das Modell nach Firmenangaben in Metzingen. Die Trainingsdaten stammen aus echten Robotereinsätzen in den sogenannten Neura Gyms, aus Simulationen und aus Vorführungen von Menschen in Anzügen mit Sensoren; Bosch und Schaeffler steuern als Datenpartner Material bei. Neuron AI soll auf fünf Robotertypen mit unterschiedlichen Händen und Greifern laufen. Kunden können das Modell auf der Plattform Neuraverse anpassen, ihre erlernten Fähigkeiten können sie dabei privat halten.
„Ein intelligenter Roboter braucht ein Gehirn, das seine Sinne zusammenführt und sich daran erinnert, was passiert ist“, sagte Gründer und Chef David Reger. Auf der Nvidia-Konferenz GTC in Berlin vom 20. bis 22. Oktober will NEURA den humanoiden Roboter 4NE1 elf Minuten lang autonom Wäsche sortieren, waschen und in den Trockner räumen lassen.
