Nvidia steigt bei Doctolib und drei französischen KI-Start-ups ein
Der Chipkonzern beteiligt sich an der Arzttermin-Plattform und drei französischen KI-Start-ups. Doctolib will mit dem Geld eigene KI-Assistenten für Patienten und Ärzte schneller entwickeln.

Archivbild · Foto: Anderseidesvik / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Nvidia übernimmt eine Minderheitsbeteiligung an Doctolib, der Plattform für Online-Arzttermine. Konzernchef Jensen Huang gab den Einstieg am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz in Paris bekannt. Eine Summe nannten beide Seiten nicht; die Zeitung „Le Figaro“ berichtete von einigen Millionen Euro. Einen Sitz im Verwaltungsrat erhält Nvidia nach Angaben von Doctolib-Chef Stanislas Niox-Chateau nicht. Zugleich steigt Nvidia bei den französischen Start-ups Genesis AI (Robotik), Pigment (Finanzplanung) und Entalpic (Chemie) ein.
Doctolib will das Geld nach Angaben von Niox-Chateau nutzen, um Personal einzustellen und eigene KI-Modelle schneller zu entwickeln. Sie sollen auf Nvidia-Chips laufen und persönliche Assistenten für Patienten und Ärzte antreiben. Die Gesundheitsdaten sollen in Europa und unter eigener Kontrolle bleiben; das Unternehmen will weniger auf Modelle von OpenAI oder Anthropic angewiesen sein. Ein persönlicher Gesundheitsassistent wird in Frankreich laut Clubic bereits von 400.000 Menschen genutzt und soll 2027 für alle Patienten geöffnet werden.
Doctolib war zuletzt mit 3,6 Milliarden Euro bewertet und hat nach eigenen Angaben rund 50 Millionen Nutzer. Huang bezeichnete Nvidia in Paris als größten Risikokapitalgeber Europas. Nach seinen Angaben hat Nvidia im vergangenen Jahr mindestens acht Milliarden Dollar in Europa investiert, weitere zwei Milliarden Dollar sollen unter anderem in KI-Rechenzentren fließen.
