Enteignungspläne: Vonovia-Chef nennt Berliner Finanzierungsmodell „unrealistisch“
Vonovia-Chef Mucic lehnt die Vergesellschaftungspläne der Linken ab und hält die geplante Finanzierung für unrealistisch. Ein für Dienstag geplantes Treffen mit Linken-Chef Pantisano platzte.

Symbolbild · Foto: Jörg Zägel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin wehrt sich Vonovia gegen die Pläne, die Wohnungsbestände profitorientierter Konzerne in Gemeineigentum zu überführen. Vorstandschef Luka Mucic kritisiert vor allem die geplante Finanzierung über eine Anleihe mit 100 Jahren Laufzeit und 3,5 Prozent Zins: „Das ist unrealistisch, wird aber behauptet, weil es sich das Land Berlin sonst nicht leisten kann.“ Vonovia wäre mit rund 130.000 Wohnungen in der Stadt am stärksten betroffen.
Derzeit sind in Berlin nach Konzernangaben rund 1.000 Wohnungen im Bau. Für dieses Jahr nennt der Konzern Investitionen von rund 539 Millionen Euro in den Berliner Bestand, eine durchschnittliche Bestandsmiete von 8,26 Euro und eine Neuvertragsmiete von 10,80 Euro je Quadratmeter. Auf eigenen Grundstücken könnten nach seinen Angaben rund 20.000 Wohnungen entstehen, Baurecht und Kapitalkosten bremsten dies jedoch.
Linken-Bundeschef Luigi Pantisano hatte Mucic als „Kopf der Mietmafia“ bezeichnet. Mucic entgegnete: „Am Ende ist jeder selbst für seine Wortwahl verantwortlich.“ Ein für Dienstag geplantes Gespräch der beiden sagte die Linke kurzfristig ab: Nach ihren Angaben lehnte Vonovia die vereinbarte Teilnahme eines Journalisten ab, der Konzern bestreitet eine solche Zusage. Beide Seiten erklärten sich weiter gesprächsbereit.
Quellen
- t-online Berlin, Nach Linken-Sieg: Vonovia-Chef wehrt sich gegen Berliner Enteignungspläne, 14.10.2026
- GMX/dpa, Vonovia-Chef weist Pantisano-Vorwürfe zurück, 13.10.2026
- onvista/dpa-AFX, Linke sagt Gespräch mit Vonovia-Chef kurzfristig ab, 13.10.2026
- Handelsblatt, Vonovia-Chef: Sind Sie der „Kopf der Mietmafia“, Herr Mucic?, 13.10.2026
