Boykott in China: Modesparte von LVMH verliert im dritten Quartal fünf Prozent
Der Markenstreit von Louis Vuitton mit der chinesischen Teekette Molly Tea hinterlässt Spuren: Die Mode- und Lederwarensparte des Luxuskonzerns schrumpfte organisch um fünf Prozent.

Symbolbild · Foto: Heights / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der französische Luxuskonzern LVMH hat am 12. Oktober seine Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Der Konzernumsatz stieg um gut ein Prozent auf 18,5 Milliarden Euro und lag organisch unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten, berichtet die dpa. Die wichtigste Sparte Mode und Lederwaren, zu der Louis Vuitton und Dior gehören, verlor fünf Prozent auf 8,245 Milliarden Euro. Uhren und Schmuck legten dagegen um fünf Prozent zu, das Geschäft mit Sephora um acht Prozent, meldet die Seoul Economic Daily unter Berufung auf das „Wall Street Journal“.
Hauptgrund ist die schwache Nachfrage in China. Dort boykottierten im Juli und August viele Verbraucher Louis Vuitton, nachdem die Marke einen Markenrechtsstreit gegen die Milchtee-Kette Molly Tea gewonnen hatte. Louis Vuitton hatte argumentiert, deren Logo ähnle dem eigenen Monogramm. Asien ohne Japan war mit minus fünf Prozent die einzige Region mit Rückgang. Finanzchefin Cécile Cabanis sagte laut Bloomberg, die Folgen seien schwer zu beziffern: „Die Nachrichtenlage in China war im Sommer nicht besonders gut.“
In den USA stiegen die Ausgaben der Kundschaft dagegen um einen mittleren einstelligen Prozentsatz, und insgesamt besserte sich die Nachfrage gegen Ende des Quartals. „Wir müssen mehr tun, aber wir haben nicht aufgehört, in China zu investieren“, sagte Cabanis. Die LVMH-Aktie gab nach der Veröffentlichung auf Tradegate um mehr als zwei Prozent nach; seit Jahresbeginn hat sie über 40 Prozent verloren.
