Donau auf Rekordtief: Rumänien ergreift Notmaßnahmen für AKW Cernavoda
Der Pegel liegt nur drei Zentimeter über dem Betriebsminimum. Stauseen geben zusätzlich Wasser ab, damit die Kühlung der abgeschalteten Reaktoren gesichert bleibt.
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Rumänien hat wegen des historisch niedrigen Donau-Pegels Notmaßnahmen für das Atomkraftwerk Cernavoda eingeleitet. Der Wasserstand lag nach Angaben rumänischer Medien, über die die bulgarische Nachrichtenagentur BTA am Montag berichtete, bei minus 259 Zentimetern – nur drei Zentimeter über dem betrieblichen Minimum von minus 262 Zentimetern. Im Ansaugbecken stehen rund 1,6 Meter Wasser; für einen optimalen Betrieb beider Reaktoren wären mehr als fünf Meter nötig. Die Blöcke 1 und 2 sind bereits seit dem 28. Juli beziehungsweise 13. August abgeschaltet, ihre Hilfssysteme brauchen aber weiter Kühlwasser.
Die Wasserbehörde lässt nun gezielt Wasser aus Stauseen an den Flüssen Olt und Argeș ab, aus dem Iezer-Stausee fließen bis zum 18. Oktober zusätzlich 20 Kubikmeter pro Sekunde. Die Speicher würden dadurch nicht geleert, betonen die Behörden. Als Notfallplan ist eine Barriere im Gespräch, die mehr Wasser zu den Kühlpumpen leiten soll. Die bisherigen historischen Tiefstände seien nun übertroffen worden, sagte Adrian Maizel von der Verwaltung der unteren Donau.
Eine Gefahr für die nukleare Sicherheit sehen die Behörden nicht. Es gebe keine Aussicht auf einen nuklearen Unfall, sagte Petre Min, Leiter des Notfallzentrums der rumänischen Atomaufsicht CNCAN; die Wärme im Reaktorbereich nehme nach der Abschaltung mit der Zeit ab. Die größere Sorge gilt nach Angaben von Energievertretern dem Strommarkt: Experten warnen laut rumänischen Medien, dass der lange Ausfall die Strompreise deutlich nach oben treiben könnte.
