Schaeffler: Stellenabbau ein Jahr früher fertig – 1.768 gehen in Altersteilzeit
Der Industrie- und Autozulieferer hat 3.715 von 4.700 geplanten Stellen abgebaut und will bis Ende 2028 fertig sein. Die Einsparungen sollen das Ziel von 290 Millionen Euro deutlich übertreffen.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Der Zulieferer Schaeffler kommt mit seinem Sparprogramm schneller voran als geplant. Bis Ende September wurden 3.715 der 4.700 angekündigten Stellen abgebaut, das sind rund 79 Prozent, teilte das Unternehmen am Montag mit. Für die übrigen 985 Stellen gebe es bereits vertragliche Vereinbarungen. Abgeschlossen sein soll der Abbau nun Ende 2028 statt Ende 2029. Das Programm war im November 2024 angekündigt worden; rund 2.800 der Stellen entfallen nach Angaben von ms-aktuell auf Deutschland.
Ein wichtiger Baustein ist die Altersteilzeit: Bis zum 5. Oktober unterschrieben 1.768 Beschäftigte an deutschen Standorten entsprechende Verträge mit Laufzeiten von zwei bis acht Jahren. Erwartet hatte Schaeffler nur rund 1.300. Das schaffe für viele Beschäftigte „planbare Übergänge in den Ruhestand“, sagte Vorstandschef Klaus Rosenfeld. Die geplanten jährlichen Einsparungen von 290 Millionen Euro ab 2029 sollen um mehr als 20 Prozent übertroffen werden. Rund 84 Millionen Euro an Restrukturierungsrückstellungen wurden aufgelöst, für Einmalzahlungen sind bis 2030 zusätzlich etwa 70 Millionen Euro nötig.
Der Abbau fällt in eine schwierige Phase für die Branche: Laut ms-aktuell arbeiteten Ende Juni rund 691.500 Menschen in der deutschen Autoindustrie, 42.300 oder 5,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bei den Zulieferern betrug das Minus 7,6 Prozent auf rund 219.500 Beschäftigte. Schaeffler beschäftigt weltweit rund 110.000 Menschen.
