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Bulgarien: Gewerkschaftsbund KNSB fordert 10 Prozent mehr Lohn im Staatsdienst

Mit Warnprotesten in Warna, Schumen und Russe macht die KNSB Druck für den Haushalt 2027. Im Dreiergremium scheiterten zugleich Änderungen am Arbeitsgesetzbuch.

Grafik: Bulgarien: Gewerkschaftsbund KNSB fordert 10 Prozent mehr Lohn im Staatsdienst

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)

Der bulgarische Gewerkschaftsbund KNSB hat eine Protestreihe für höhere Löhne im öffentlichen Dienst gestartet. Gefordert wird ein Plus von mindestens 10 Prozent im Jahr 2027, wofür im Staatshaushalt gut 732 Millionen Euro nötig wären. Den Auftakt machten am Montag Beschäftigte der Regionalbibliothek in Warna mit einer zehnminütigen Warnaktion; am Dienstag folgt Schumen, am Mittwoch Russe. Auch Beschäftigte aus Landwirtschaft, Bildung, Gesundheit, Kultur und Kommunikation sollen sich anschließen.

Weil die Preise für Lebensmittel und Kraftstoff stiegen, sinke die Kaufkraft der Menschen, sagte KNSB-Vizepräsident Todor Kapitanow. Im laufenden Haushalt seien die Einkommen zunächst eingefroren und erst nach Gewerkschaftsdruck um 5 Prozent erhöht worden – und das nicht für alle. Eine junge Bibliotheksangestellte verdient laut KNSB zum Einstieg rund 700 Euro. Die Gewerkschaft verlangt zudem, dass geplante Zusammenlegungen von Behörden vorab mit den Beschäftigten besprochen werden.

Im Nationalen Rat für dreiseitige Zusammenarbeit gab es am Montag keine Einigung über Änderungen am Arbeitsgesetzbuch, die die Partei Wasraschdane eingebracht hatte. Sie sehen einen neuen Feiertag, einen „Tag der nationalen Versöhnung“, vor sowie die Abschaffung der Obergrenze von sechs Monaten für Lohnentschädigungen bei rechtswidriger Kündigung. Die Arbeitgeberverbände lehnen beides ab, Sozialministerin Natalia Efremowa sprach sich gegen den Feiertag aus. Auch über eine neue Methode zur Festlegung des Mindestlohns gab es keinen Konsens, weil die Gewerkschaft Podkrepa sie nicht mitträgt.

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