„Petritscher Escobar“: Parlament befragt heute Gefängnischefs zur Begnadigung
Auf Antrag der PP tagt das Parlament ab 9 Uhr außerordentlich. Es geht um ärztliche Gutachten vor der Begnadigung im Dezember 2022 – und eine Schlägerei 19 Tage zuvor.

Symbolbild · Foto: Miroslav.Nikolov / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bulgariens Parlament kommt am Dienstag (13.10.) um 9 Uhr zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Parlamentspräsidentin Michaela Dozowa berief sie auf Antrag der Fraktion „Wir setzen die Veränderung fort“ (PP) ein; Abgeordnete von Demokratisches Bulgarien und GERB unterstützten den Antrag mit ihren Unterschriften, berichtet Eurocom. Thema ist die Begnadigung des in Griechenland wegen Drogenhandels zu 15 Jahren Haft verurteilten Ognjan Atanassow, bekannt als „Petritscher Escobar“.
Angehört werden sollen laut BNT der Chef der Hauptdirektion Strafvollzug, Iwajlo Jordanow, der Leiter des Sofioter Gefängnisses, Swetoslaw Penow, sowie der Mann, der das Gefängnis im November und Dezember 2022 leitete. Die Abgeordneten wollen klären, wie die ärztlichen Gutachten und Führungsberichte über Atanassow erstellt, geprüft und weitergegeben wurden.
Das Begnadigungsdekret wurde am 5. Dezember 2022 mit Verweis auf schwere Gesundheitsprobleme unterzeichnet – von Ilijana Jotowa, damals Vizepräsidentin. Mediapool hatte Aufnahmen aus dem Gefängniskrankenhaus veröffentlicht, die Atanassow 19 Tage zuvor bei einer heftigen Schlägerei zeigen; der Vorfall war laut dem Bericht nicht in seiner Akte vermerkt. Die PP hatte Jotowa deshalb zum Rückzug aus dem Präsidentschaftsrennen aufgefordert.
