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Methan in Europa: Messbasierte Schätzung liegt leicht über offiziellen Meldungen

Die EU-Kommission legt Berichtsvorlagen für Methan aus dem Energiesektor vor. Eine Studie des Finnischen Meteorologischen Instituts zeigt, wie Messnetze die Angaben der Staaten überprüfen.

Symbolbild: Methan wird auf einer Mülldeponie abgefackelt

Symbolbild · Foto: Carl Young / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Die EU-Kommission hat am 12. Oktober den Entwurf einer Durchführungsverordnung mit einheitlichen Vorlagen veröffentlicht, mit denen Betreiber im Energiesektor ihre Methanemissionen künftig an die Behörden melden sollen. Grundlage ist die EU-Methanverordnung 2024/1787; die Daten sollen in die Methan-Transparenzdatenbank der Kommission einfließen. Bürger und Unternehmen können bis zum 6. November Stellung nehmen, die Annahme ist für Ende 2026 geplant.

Wie viel Methan Europa tatsächlich ausstößt, hat ein Team unter Leitung des Finnischen Meteorologischen Instituts (FMI) in der Fachzeitschrift Atmospheric Chemistry and Physics (1. September 2026) mit einer Kombination aus Messdaten und Modell abgeschätzt (inverse Modellierung): Die Forschenden werteten Konzentrationsmessungen von 46 Bodenstationen aus und rechneten mit einem atmosphärischen Transportmodell auf die Quellen zurück. Für die EU-27 plus Großbritannien, Norwegen und die Schweiz ergaben sich für 2017 bis 2022 im Mittel 23,3 ± 2,3 Millionen Tonnen Methan pro Jahr. Der menschengemachte Anteil lag bei durchschnittlich 17,6 Millionen Tonnen – rund drei Prozent über den offiziellen Meldungen an die UN-Klimarahmenkonvention und vier Prozent über der Emissionsdatenbank EDGAR – und sank um etwa 0,3 Millionen Tonnen pro Jahr.

Für die Niederlande und Deutschland ermittelte die Studie höhere, für Rumänien und Italien niedrigere Werte als die Ausgangsschätzungen; die Emissionen aus der Landwirtschaft nahmen zu. Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse von Annahmen zur räumlichen Verteilung und von der Dichte des Messnetzes abhängen. Weltweit stammen laut dem Global Methane Tracker 2026 der Internationalen Energieagentur (IEA) rund 35 Prozent der menschengemachten Methanemissionen aus Öl, Gas und Kohle, etwa 124 Millionen Tonnen pro Jahr. Rund 70 Prozent davon ließen sich nach IEA-Einschätzung mit vorhandener Technik vermeiden, etwa 30 Prozent ohne Nettokosten.

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