Kongo: Ex-Präsident Kabila verbündet sich mit M23-Rebellen gegen Tshisekedi
In Goma hat Joseph Kabila eine politisch-militärische Front gegründet, der auch die M23 angehört. Ziel sei ein Ende der „Tyrannei“ – notfalls mit Gewalt.

Archivbild · Foto: MONUSCO / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der frühere Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Joseph Kabila, hat sich offen an die Spitze eines Bündnisses gegen die Regierung in Kinshasa gestellt. Bei einer Pressekonferenz am Montagabend in seiner Residenz in Goma stellte er die „Front für die Neugründung der Nation“ (FRN) vor. Ihr gehören Rebellengruppen der bisherigen Kongo-Fluss-Allianz (AFC) an, darunter die M23. Deren bisheriger Anführer Corneille Nangaa soll einer von vier Vizepräsidenten werden. Goma, die Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu, wird seit Anfang 2025 von der M23 kontrolliert.
Ziel sei es, „alle Widerstandskräfte zu vereinen und zu koordinieren, um der Tyrannei ein Ende zu setzen – mit allen notwendigen Mitteln“, sagte Koalitionsberater Claude Ibalanky nach Angaben von AP und Al Jazeera. Die Regierung von Präsident Félix Tshisekedi reagierte zunächst nicht. Der Forscher Yvon Muya von der Universität Ottawa rechnet mit einer direkten Konfrontation der beiden Politiker: „Wir werden wahrscheinlich eine Eskalation an der militärischen Front erleben.“ Analysten warnen, die Ankündigung erschwere zudem den Friedensprozess.
Kabila regierte das Land von 2001 bis 2019. Ein hohes Militärgericht verurteilte ihn im vergangenen Jahr in Abwesenheit wegen Hochverrats, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode; Kabila weist die Vorwürfe zurück und spricht von einem politisch motivierten Verfahren. Die USA verhängten in diesem Jahr Sanktionen gegen ihn. Kinshasa, Washington und UN-Experten werfen Ruanda vor, die M23 zu unterstützen, was Ruanda bestreitet. Regierung und M23 verhandeln unter US-Druck in Katar; ein Treffen war für November geplant.
