NATO-Partner fürchten: Kiew bekommt Patriots erst nach den US-Wahlen
Die Ukraine wartet auf die Freigabe neuer Abfangraketen durch Verteidigungsminister Hegseth. NATO-Kreise sprechen von Druck durch Trump. Der Kreml knüpft neue Gespräche an die Lage in Nahost.

Symbolbild · Foto: Boevaya mashina / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de (zugeschnitten und skaliert)
NATO-Verbündete bezweifeln, dass die Ukraine vor den US-Zwischenwahlen am 3. November neue Patriot-Abfangraketen aus den USA erhält, berichtet Euronews. Präsident Wolodymyr Selenskyj wartet nach eigenen Worten weiter darauf, dass Verteidigungsminister Pete Hegseth die Lieferung freigibt. Russland habe binnen zwei Wochen mehr als 100 ballistische Raketen auf Kiew und Umgebung abgefeuert. Das Pentagon hat die Verzögerung nicht erklärt.
Ein ungenannter NATO-Vertreter sagte, Trump nutze „so viel Druckmittel gegenüber der Ukraine, wie er vor den Midterms hat“. Trump will, dass Kiew die Angriffe auf russische Dieselraffinerien einstellt, die er mit hohen Energiepreisen in Verbindung bringt. Der frühere US-NATO-Botschafter Kurt Volker hält es für möglich, dass Washington die Abfangraketen für einen neuen Iran-Einsatz braucht. NATO-Generalsekretär Mark Rutte rief die Verbündeten auf, eigene Systeme abzugeben.
Kremlberater Juri Uschakow bestätigte unterdessen Gespräche mit der Trump-Regierung über Sanktionserleichterungen für den Russischen Direktinvestitionsfonds. Den Zeitpunkt der nächsten Dreiergespräche über die Ukraine machte er auch von der Entwicklung im Nahen Osten abhängig.
