Israel-Wahl amtlich: 53 Sitze für Netanjahus Lager – Knesset tritt am 10. November an
Der Wahlausschuss hat das Endergebnis veröffentlicht: Likud kommt auf 27 Sitze, die arabischen Parteien auf den Rekord von 19. Schin Bet prüft Verdacht auf ausländische Einflussnahme – das Ergebnis bleibt.

Archivbild · Foto: Clema12 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Israels Zentraler Wahlausschuss hat das Endergebnis der Parlamentswahl vom 27. Oktober veröffentlicht. Das Lager von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kommt auf 53 der 120 Knesset-Sitze, das Oppositionslager von Gadi Eisenkot auf 48. Die arabischen Parteien Vereinigte Liste und Ra'am erreichen zusammen 19 Sitze – so viele wie nie zuvor. Stärkste Kraft bleibt der Likud mit 27 Sitzen vor Eisenkots Partei Jaschar mit 21. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,9 Prozent, dem höchsten Wert seit Jahrzehnten.
Keines der Lager ist nahe an der Mehrheit von 61 Sitzen. Das amtliche Ergebnis soll Präsident Isaac Herzog am 4. November überreicht werden, danach berät er mit den Parteichefs. Die neue Knesset wird unabhängig von den Koalitionsgesprächen am 10. November vereidigt; die Verhandlungen könnten mehr als zwei Monate dauern. Herzog mahnte, alles zu tun, um eine weitere Wahl zu vermeiden.
Netanjahu behauptet, eine ausländische Einflusskampagne habe die Wahl „gestohlen“. Ausschusschef Noam Sohlberg beauftragte den Inlandsgeheimdienst Schin Bet, Hinweise auf aus dem Ausland finanzierte Einflussnahme zu prüfen. Der amtierende Direktor des Ausschusses, Dean Livne, nannte Berichte über großflächigen Betrug „völlig unbegründet“, die Prüfung werde das Ergebnis nicht berühren. Auch die Polizei sah keine Grundlage für die Vorwürfe.
