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Qubits aus dem Chemielabor: NVision stellt in „Nature“ ein Molekül für Quantenchips vor

Das deutsche Start-up NVision hat ein organisches Molekül entworfen, das als Qubit direkt mit Licht kommuniziert. Mit dem US-Partner HyperLight sollen noch 2026 erste Prototyp-Chips entstehen.

Titelgrafik: molekulare Qubits und Quantenchips

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)

Das deutsche Quanten-Start-up NVision hat in der Fachzeitschrift „Nature“ ein Molekül vorgestellt, das als Qubit – also als Recheneinheit eines Quantencomputers – dienen soll. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um die erste einzeln ansteuerbare organische Schnittstelle zwischen dem Spin eines Moleküls und Lichtteilchen (Photonen). Das Team simulierte mit Hilfe von KI mehr als 150 Kandidaten und stellte rund 40 davon im Labor her. Übrig blieb ein Molekül aus der Stoffgruppe der Carbene – „Wir haben dieses ‚Goldlöckchen‘-Molekül gefunden“, sagte Technikchef Ilai Schwartz der Nachrichtenagentur Reuters, also eines, bei dem die Eigenschaften genau passen.

Ähnlich wie bei OLED-Bildschirmen wird das Molekül als dünne Schicht auf einen Chip aufgebracht, der mit herkömmlicher Technik gefertigt ist. Die Carbene arbeiten bei vergleichsweise gut erreichbaren Temperaturen von etwa 2 bis 4 Kelvin, und die Plattform verkraftet laut NVision bis zu 70 Prozent Photonenverlust. „Weil unsere Qubits von Anfang an direkt mit Licht wechselwirken, erreichen wir Vernetzung ohne räumliche Nähe“, sagte Schwartz. Angaben zu Kohärenzzeiten, also wie lange die Qubits ihren Zustand halten, enthalten die Berichte nicht.

Gemeinsam mit dem US-Chiphersteller HyperLight will NVision die Moleküle als Dünnschicht auf photonische Chips aus Lithiumniobat bringen; erste Prototypen werden im vierten Quartal 2026 erwartet. NVision hat nach Reuters-Angaben 120 Millionen Dollar aus öffentlichen und privaten Quellen eingesammelt, unter anderem vom US-Gesundheitskonzern Abbott. Den Ansatz entwickelte die Firma ursprünglich bei der Arbeit an Medizingeräten. „Am Ende werden wir einen Rechner verkaufen, der fertig für den Einbau ins Rack ist“, sagte Firmenchef Sella Brosh.

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