Deutschland – Europas Spitzenreiter bei der Windstromerzeugung
Über 30.000 Windräder, mehr als 130 TWh Strom im Jahr und eine wachsende Rolle der erneuerbaren Energien im Energiesystem.

Foto: Capmat007 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Deutschland gehört zu den führenden Ländern Europas bei der Stromerzeugung aus Wind. Mit einem großen Netz von Windparks an Land und auf See macht das Land die natürliche Ressource zu einer der wichtigsten Säulen seines Stromsystems.
Im Jahr 2025 erreicht die Stromerzeugung aus Wind in Deutschland rund 132,6 Terawattstunden (TWh). Das entspricht mehr als 132 Milliarden Kilowattstunden im Jahr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) wurden rund 131,3 TWh in das Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist. Der Unterschied zwischen beiden Werten ergibt sich aus unterschiedlichen statistischen Abgrenzungen und Methoden.
Über 30.000 Anlagen an Land und auf See
Wie groß die deutsche Windenergie ist, zeigt am deutlichsten die Zahl der installierten Anlagen.
Ende 2025 sind im Land 29.226 Windenergieanlagen an Land in Betrieb. In Nord- und Ostsee kommen 1.680 Offshore-Anlagen hinzu. Damit liegt die Gesamtzahl der Anlagen in Betrieb bei über 30.900.
Die installierte Leistung der Windanlagen an Land und auf See beträgt rund 77,8 Gigawatt (GW). Diese Kennzahl misst die maximale Leistung der Anlagen unter bestimmten Bedingungen – nicht die Strommenge, die in einem Jahr erzeugt wird.
Die Windparks an Land liefern den Großteil der Erzeugung, während die Offshore-Anlagen strategisch wichtig für die langfristige Entwicklung der Branche sind. Auf See weht der Wind oft stärker und gleichmäßiger, was eine hohe Stromerzeugung ermöglicht.
Welchen Beitrag leistet der Wind zum Strommix?
Im Jahr 2025 liefert die Windenergie rund 30 Prozent des Stroms, der in Deutschland in das öffentliche Netz eingespeist wird. Damit ist sie die größte einzelne Stromquelle des Landes.
Erreicht wurde das durch jahrzehntelange Investitionen in neue Anlagen, durch technologische Entwicklung und den Ausbau der erneuerbaren Energien.
Die Erzeugung hängt jedoch vom Wetter ab. Schwächere Winde können die Jahresmengen sinken lassen, selbst wenn die installierte Leistung hoch bleibt. Deshalb muss man bei der Bewertung der Branche installierte Leistung, tatsächliche Erzeugung und die Stabilität des Stromsystems gemeinsam betrachten.
Windenergie und der internationale Markt
Deutschland ist eng mit dem europäischen Strommarkt verbunden und handelt mit seinen Nachbarländern Strom. 2025 exportiert das Land rund 54,3 TWh Strom, während die Importe etwa 76,2 TWh erreichen.
Das heißt: Trotz seiner hohen Erzeugung aus erneuerbaren Quellen ist Deutschland Nettoimporteur von Strom. Der Nettoimport beläuft sich auf rund 21,9 TWh im Jahr.
Die Windenergie spielt aber auch beim Export eine wichtige Rolle. Nach Daten der Plattform SMARD stammten 28,7 Prozent des 2025 aus Deutschland exportierten Stroms aus Windenergie an Land.
Diese Zahl zeigt, wie wichtig die Windenergie für den internationalen Handel ist. Sie bedeutet aber nicht, dass Deutschland genau 28,7 Prozent seines gesamten Windstroms exportiert. Gemeint ist der Anteil der Windenergie an Land an der Zusammensetzung der Exporte.
Die Handelsströme ändern sich je nach Nachfrage, Preisen, verfügbarer Erzeugung und der Lage in den benachbarten Stromsystemen. Deshalb kann das Land in manchen Stunden Strom exportieren und in anderen importieren.
Die Herausforderungen für die Branche
Die große Zahl an Anlagen und die hohe installierte Leistung beseitigen die Herausforderungen für das Energiesystem nicht. Das Stromnetz muss ausgebaut werden, damit der erzeugte Strom in die Regionen mit dem höchsten Verbrauch gelangt.
Eine weitere Schlüsselfrage ist die Speicherung von Energie und der Ausgleich der Erzeugung bei wechselndem Wetter. Dafür muss die Windenergie mit anderen Kraftwerken, Speichersystemen, flexiblem Verbrauch und einer besseren Anbindung an das europäische Stromnetz kombiniert werden.
Auch der Ausbau der Offshore-Windparks erfordert erhebliche Investitionen, spezielle Infrastruktur und langfristige Planung.
Deutschland – ein Beispiel für den groß angelegten Ausbau der Windenergie
Die deutsche Erfahrung zeigt, wie Windenergie zu einem zentralen Bestandteil der nationalen Stromerzeugung werden kann. Über 30.000 Anlagen in Betrieb und eine Jahreserzeugung von über 130 TWh zeigen die Größe dieser Branche.
Zugleich zeigen die Daten zum internationalen Handel, dass eine hohe Erzeugung aus erneuerbaren Quellen nicht automatisch Energieunabhängigkeit bedeutet. Dafür zählen nicht nur die erzeugten Mengen, sondern auch der Zeitpunkt der Erzeugung, die Speichermöglichkeiten, die Übertragung und die Gesamtbilanz zwischen Verbrauch und verfügbarem Strom.
Deutschland bleibt ein wichtiges Beispiel für den Ausbau der Windenergie in Europa – seine Ergebnisse zeigen aber auch, wie komplex die Aufgabe ist, ein zuverlässiges, wettbewerbsfähiges und CO₂-armes Stromsystem aufzubauen.
Quellen
- Bundesnetzagentur/SMARD – Daten zum Strommarkt 2025 (05.01.2026)
- pv magazine – Destatis: Stromerzeugung 2025 (06.03.2026)
- FA Wind und Solar / Deutsche WindGuard – Status des Windenergieausbaus an Land 2025
- Deutsche WindGuard – Status des Offshore-Windenergieausbaus 2025
- Fraunhofer ISE – Öffentliche Stromerzeugung 2025
- SMARD – Energiemix von Stromimporten und -exporten (Methodik)
