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CO₂ aus der Luft mit Batterie-Chemie: Verfahren braucht rund halb so viel Energie

Ein Team der University of Delaware fängt CO₂ mit einer Batterie-Elektrode bei Raumtemperatur ein. Eine Pilotanlage in Israel lief laut der Universität mehr als 5.000 Stunden. Die Studie erschien in Nature Energy.

Titelgrafik: CO₂ aus der Luft mit Batterie-Chemie

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)

Anlagen, die Kohlendioxid direkt aus der Umgebungsluft holen (Direct Air Capture), gelten als eine Möglichkeit, schwer vermeidbare Emissionen auszugleichen – bisher brauchen sie aber viel Energie. Ein Team um den Chemieingenieur Yushan Yan, Inhaber des Henry-Belin-du-Pont-Lehrstuhls an der University of Delaware, nutzt dafür die Chemie wiederaufladbarer Batterien. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Nature Energy erschienen; die Universität stellte sie am 27. Oktober vor.

Eine Nickelhydroxid-Elektrode nimmt auf einer Seite des Geräts CO₂ aus der Luft auf und gibt es auf der anderen Seite als gereinigten Gasstrom wieder ab – angetrieben mit Strom statt mit Wärme und bei Raumtemperatur. Ist eine Elektrode entladen, übernimmt eine zweite, während die erste wieder geladen wird; so läuft der Prozess ohne Unterbrechung. Nach Angaben der Forscher braucht das Verfahren weniger als eine Megawattstunde pro Tonne CO₂ und damit etwa 50 Prozent weniger Energie als herkömmliche Systeme.

Das Unternehmen RepAir Carbon, einer der Lizenznehmer der Technik, betrieb eine Pilotanlage in Israel mehr als ein halbes Jahr lang, über 5.000 Stunden. Als Zielmarke für bezahlbare Abscheidung gelten in der Fachwelt 100 Dollar pro Tonne. „Diese Technologie rückt diese Zahlen in Reichweite“, sagt Erstautor James Buchen. Das abgeschiedene CO₂ kann gespeichert oder etwa in der Getränkeindustrie weiterverwendet werden; konkrete Kosten der Anlage nennt die Mitteilung nicht.

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