Frauen betäubt und vergewaltigt: Zwölf Jahre Haft und Sicherungsverwahrung in Berlin
Das Landgericht Berlin verurteilt einen geständigen 69-Jährigen wegen Vergewaltigung in 22 Fällen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, Ermittlungen zu 44 weiteren Frauen laufen.

Symbolbild · Foto: A.Savin / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Das Landgericht Berlin hat am Mittwoch einen 69-jährigen Mann zu zwölf Jahren Haft verurteilt und anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet. Die Kammer sprach ihn der Vergewaltigung in 22 Fällen, der gefährlichen Körperverletzung sowie in mehreren Fällen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen schuldig. Die Taten ereigneten sich zwischen 2016 und 2022. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Nach den Feststellungen lernte der geständige Mann Frauen zwischen 50 und 60 Jahren über Dating-Plattformen kennen und gab sich dabei unter anderem als Polizeibeamter oder Bundeswehrpilot aus. In seiner Wohnung in Lichtenberg mischte er ihnen ein Beruhigungsmittel in Getränke, verging sich an den nahezu bewusstlosen Frauen und filmte die Taten. Der Vorsitzende Richter sagte, der Angeklagte habe „bewusst nach Opfern gesucht“. Einigen Betroffenen muss er Schmerzensgeld in Höhe von Zehntausenden Euro zahlen.
Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre Haft und Sicherungsverwahrung gefordert, die Verteidigung höchstens acht Jahre. Das Gericht hält den Mann weiterhin für gefährlich für die Allgemeinheit; ein psychiatrischer Gutachter sah keine Hinweise auf eine verminderte Steuerungsfähigkeit. 14 Frauen hatten im Prozess ausgesagt. Wegen mutmaßlicher weiterer Taten zum Nachteil von 44 Frauen wird noch ermittelt.
